Piraten von ThePirateBay.org wollen kleinsten "Staat" der Welt kaufen

23. Jänner 2007, 14:45
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Aus Sealand - einer Plattform aus dem Zweiten Weltkrieg, soll ein Staat ohne Urheberrecht werden

Der kleinste "Staat" der Welt, eine Plattform aus dem Zweiten Weltkrieg in der Nordsee, steht zum Verkauf. Die britische Zeitung "The Times" berichtete am Montag, die Besitzer des "Fürstentums Sealand" wollten ihr Reich für ein mindestens achtstelliges Gebot abgeben.

Staat ohne Urheberrecht

Zu den Interessenten zählen auch die Piraten von ThePirateBay.org. Die Betreiber der Torrent-Trackersite wollen gemeinsam mit den "Armed Coalition Forces of Internets" (ACFI) Sealand kaufen - und so einen Staat ohne Urheberrecht schaffen. Auf der Website buysealand.com werden Spenden für das Projekt gesammelt.

550 Quadratmeter

Die 550 Quadratmeter große Stahlplattform auf zwei Betonpfeilern wurde 1941 rund elf Kilometer vor der Küste Großbritanniens errichtet - und steht damit in internationalen Gewässern. Die Armee nutzte die Festung im Zweiten Weltkrieg zur Verteidigung gegen deutsche Angriffe.

Zu erreichen ist Sealand nur per Hubschrauber. Die Einwohner preisen den selbst ernannten Mini-Staat aber wegen des Meerblicks, der absoluten Privatsphäre sowie als Steueroase.

Der Prinz

"Wir besitzen diese Insel seit nunmehr 40 Jahren und mein Vater ist 85 Jahre alt", zitierte "The Times" Prinz Michael von Sealand. Vielleicht sei es Zeit für eine Verjüngung. Der ehemalige britische Armeemajor Paddy Roy Bates hatte die Plattform 1967 besetzt und zum Staat in internationalen Gewässern erklärt.

Nicht anerkannt

International ist Sealand allerdings nicht anerkannt. Sich selbst gab Bates den Titel "Prinz". Die britische Marine versuchte 1968, ihn aus Sealand zu vertreiben, gab dieses Vorhaben nach Warnschüssen von der Plattform allerdings wieder auf. Ein britisches Gericht urteilte zudem, die künstliche Insel sei nicht Staatsgebiet Großbritanniens.

Putsch

1974 gab sich Sealand eine Verfassung. Vier Jahre später verübten deutsche und niederländische Geschäftsleute in dem "Fürstentum" einen Putsch, scheiterten allerdings. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft wurden sie wieder freigelassen. (APA/red)

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