Neurowissenschaftlerin erhält Familie-Hansen-Preis

15. März 2007, 16:59
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Magdalena Götz vom Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München für Leistungen in Biologie und Medizin geehrt

Neuherberg/Leverkusen - Die Neurobiologin Magdalena Götz (GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit und Ludwig-Maximilians-Universität München) wurde gestern im Kommunikationszentrum der Bayer AG in Leverkusen mit dem "Familie-Hansen-Preis" für besondere Leistungen in Biologie und Medizin geehrt. Die Direktorin des GSF-Instituts für Stammzellforschung erhält die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Neurobiologie.

Mit ihren Arbeiten konnte Götz zeigen, dass radiale Gliazellen nicht endgültig ausdifferenzierte Stützzellen darstellen, sondern dass sich diese Zellen zu ihrerseits hochdifferenzierten Neuronen entwickeln können und die für Stammzellen charakteristische Selbsterneuerung aufweisen. Die Erkenntnisse revolutionierten die gängige Lehrmeinung und sind von zentraler Bedeutung für neue therapeutische Ansätze bei Gehirnverletzungen und -erkrankungen. Bereits am 7. Dezember 2006 gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bekannt, dass Götz 2007 einen der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preise erhalten wird.

"Die Forschungsansätze haben die Entwicklung neuer individualisierter Ansätze in Prävention, Diagnostik und kausaler Therapie - wesentliche Merkmale einer zukünftigen Medizin - als Ziel", betont Günther Wess, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer der GSF. "Die beiden Auszeichnungen zeigen die internationale Kompetenz der GSF gerade in diesem Bereich".

Grundlagen der Gehirnentwicklung

Seit ihrer Promotion befasst sich Magdalena Götz mit der Erforschung der zellulären und molekularen Grundlagen der Gehirnentwicklung, wobei sie sich vorwiegend auf die Großhirnrinde konzentriert. Ihre Entdeckungen werfen ein völlig neues Licht auf jene Prozesse, die der Entstehung von Nervenzellen und der Ausdifferenzierung der Großhirnrinde zugrunde liegen. Ihre Entdeckung, dass Gliazellen des Gehirns als Stammzellen fungieren und Nervenzellen aus Gliazellen hervorgehen können, führte in der Neurowissenschaft zu einem Paradigmenwechsel. In den Folgearbeiten gelang es ihr, eine Reihe der Faktoren aufzuklären, die den Übergang von glialen zu neuronalen Zellen bestimmen. So konnte sie zeigen, wie aus bereits differenzierten Zellen neue Zelltypen entstehen können. Ihre Arbeiten sind wegweisend für die Versuche, die zielgerichtete Differenzierung von Stammzellen zu lenken und damit eines der zentralen Probleme der angewandten Stammzellforschung zu lösen.

Lebenslauf

Magdalena Götz (44) studierte Biologie in Zürich und Tübingen, wo sie 1992 promovierte. Mehrere Rufe nach Skandinavien, England und innerhalb Deutschlands lehnte sie ab. Zurzeit ist sie Professorin und Direktorin am GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit im Institut für Stammzellforschung in Neuherberg und Lehrstuhlinhaberin am Physiologischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Der "Familie-Hansen-Preis" wurde vom 2002 verstorbenen ehemaligen Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzenden der Bayer AG, Professor Kurt Hansen, ins Leben gerufen. Dazu gründete Hansen 1998 eine Stiftung mit einem Startkapital von rund 770.000 Euro, das treuhänderisch von der Bayer AG verwaltet wird. Hansen hatte die Stiftung aus "Dankbarkeit für ein ausgefülltes Leben als Naturwissenschaftler und Diplom-Kaufmann" ins Leben gerufen. Stiftungszweck ist die Auszeichnung von Arbeiten, die von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften oder der Medizin sind, vor allem auch auf den neuen Gebieten, wie zum Beispiel der Gentechnik und Gehirnforschung. (red)

  • v.l. Dr. Wolfgang Plischke (Bayer AG, Mitglied des Vorstands), Prof. Dr. Magdalena Götz und Werner Wenning (Bayer AG, Vorsitzender des Vorstands).
    foto: bayer ag
    v.l. Dr. Wolfgang Plischke (Bayer AG, Mitglied des Vorstands), Prof. Dr. Magdalena Götz und Werner Wenning (Bayer AG, Vorsitzender des Vorstands).
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