Längere Ladenöffnung mit Stolpersteinen

1. März 2007, 19:43
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Der Plan der neuen Regierung, Österreichs Ladenöffnungszeiten bis 2008 bundesweit und einheitlich zu regeln, birgt erhebliche Knackpunkte

Wien - Der Plan der neuen Regierung, Österreichs Ladenöffnungszeiten bis 2008 bundesweit und einheitlich zu regeln, birgt erhebliche Knackpunkte. Das erklärte Ziel von SPÖ und ÖVP: Geschäfte sollen künftig statt 66 Stunden 72 Stunden in der Woche aufsperren dürfen. Werktags ist ein Rahmen von 6:00 bis 21:00 Uhr vorgesehen und samstags darf von 6:00 bis 18:00 Uhr offengehalten werden. Bei der Sonntagsöffnung bleibt alles beim Alten: Aufsperren ist auch ab 2008 nur in Ausnahmefällen möglich.

Herausforderung wird jetzt die Klärung arbeitsrechtlicher Fragen, wie Zulagen für Mehrarbeit. Denn hier lässt das Koalitionsübereinkommen bisher noch vieles offen, sagt Roman Seeliger, von der Bundessparte Handel in der WKÖ.

Einbindung der Länder

Als Stolperstein könnte sich in der Praxis auch die Einbindung der Länder erweisen. Sie sollen bei der Ladenöffnung stark an Handlungsspielraum verlieren - das Feilschen um Kompetenz steht noch bevor.

Jetzt muss ein Gesetzesentwurf erst einmal zur Begutachtung mit einer Frist von mindestens zwei Monaten. "Je länger desto besser", sagt Seeliger. Wirtschaftskammer und Gewerkschaft nehmen ihn unter die Lupe, ebenso die Arbeiterkammer, Industrie und der Fremdenverkehr. Was vorab fest steht, ist, dass das längere Aufsperren nicht nur die Gewerkschaft in Alarmbereitschaft bringen, sondern auch den Handel intern spalten.

"Erweiterte Öffnungszeiten stärken die Wettbewerbsfähigkeit und verhindern den Kaufkraftabfluss", sagt Stefan Mumelter, Chef des Handelsverbands. Kleine Händler sehen sich dadurch hingegen massiv unter Druck gesetzt. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.1.2006)

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