OMV/Verbund bleibt begraben

1. März 2007, 19:43
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Für die im Vorjahr geplatzte Fusion OMV/Verbund wird es auch unter den geänderten Bedingungen einer großen Koalition keine Neuauflage geben

Wien – Für die im Vorjahr geplatzte Fusion OMV/Verbund wird es auch unter den geänderten Bedingungen einer großen Koalition keine Neuauflage geben. Das haben Recherchen des Standard am Tag der Angelobung des Kabinetts von Kanzler Alfred Gusenbauer ergeben. Die Fusion OMV/Verbund sei tot, hieß es fast wortident auf SP- und VP-Seite.

Kurz nachdem OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer und Verbund-Boss Hans Haider im vorigen Mai erklärten, sie wollten einen Energiekonzern von europäischem Format schmieden, hagelte es insbesondere aus den Ländern heftige Proteste. Eine ursprünglich paktiert gewesene Aufhebung des Zweiten Verstaatlichungsgesetzes schlug fehl, dafür gab es an der Börse heftige Kursverluste für OMV- und Verbundaktien. Die Aufhebung des Gesetzes wäre notwendig gewesen, damit der Bund seine Mehrheit am Verbund (51 Prozent) hätte abgeben können. Insbesondere Wien und Niederösterreich, die über ihre Landesversorger Interessen im Verbund haben, fürchteten um ihre Einflussmöglichkeit in dem angedachten neuen Energiekonzern.

Interesse erlahmt

Während die neue Regierung nicht aktiv werden will, ist auch das Interesse von OMV (ÖIAG hält 31,5 Prozent) und Verbund an einem Zusammenschluss erlahmt. Im Vorjahr habe es auch in der Bewertung beider Unternehmen ein günstiges Zeitfenster gegeben, diese Chance sei verabsäumt worden. Zuletzt gab es Versuche, den Verbund in die ÖIAG einzubringen. In der Staatsholding, die dem Finanzminister untersteht, sind die teilprivatisierten Beteiligungen der Republik wie Post, Telekom, AUA, OMV gebündelt. Weil sich SP und VP nicht einigen konnten, bleibt alles gleich und der Verbund wie bisher schon dem Wirtschaftsminister unterstellt.

Weiter vorantreiben will die Regierung den Zusammenschluss in der Stromwirtschaft. Im Regierungsprogramm ist dazu festgehalten: "Im Rahmen einer weiteren Konsolidierung der Elektrizitätswirtschaft in Österreich soll die Position der österreichischen Unternehmen im europäischen Strombinnenmarkt gestärkt werden." (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.1.2007)

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