Rektorenchef sieht viele Wünsche im SP-VP-Programm erfüllt

5. März 2007, 13:11
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Vermisst allerdings Thema Uni-Zugang und Forschungskompetenzen

Wien - Der Präsident der Österreichischen Rektorenkonferenz (ÖRK), Christoph Badelt, ist zufrieden, dass sich im Regierungsprogramm von SPÖ und ÖVP viele Forderungen der Rektoren wiederfinden. "Ich freue mich, dass ein großer Teil unserer Themen Eingang gefunden haben", sagte Badelt im Gespräch mit der APA. Badelt vermisst allerdings zwei große Bereiche: das Thema Hochschul-Zugang bzw. Studienplatzfinanzierung inklusive die langfristige Steigerung der Hochschulausgaben auf zwei Prozent der BIP sowie die Aufteilung der Forschungskompetenzen.

Richtige Richtung

Manche Forderungen der Uni-Chefs wie etwa mehr Akademiker, weniger Drop-Outs, Verbesserung der Betreuungssituation oder mehr Geld für den Wissenschaftsfonds FWF würden sich explizit im Programm wiederfinden, andere könne man "in unsere Richtung interpretieren". Einige Punkte im Wissenschaftskapitel hält Badelt für "sphinxisch formuliert", etwa hinsichtlich Weiterentwicklung des Universitätsgesetzes, wo gleichzeitig von einem Ausbau der Mitbestimmung und Stärkung von Leitungsstrukturen die Rede ist. Hier müsse sich erst weisen, was damit gemeint sei.

Investitionen in den Forschungsnachwuchs

Erfreulich sind für Badelt die geplanten 1.000 neuen Postdoc-Stellen im Uni-Bereich, für ihn ein Zeichen, dass man deutlich in den Forschungs- und Nachwuchsbereich investiere. Der Rektorenchef kann sich aber nicht vorstellen, dass mit diesen Stellen die von der Regierung angekündigte Verbesserung der Betreuungssituation an den Unis gemeint sei. "Postdoc-Stellen sind Posten für junge Wissenschafter, die vielleicht ein wenig etwas in der Lehre mitmachen, aber sicher nicht die Betreuungsrelation verbessern", so Badelt. Dies wäre nur durch zusätzliches Personal vor allem in Studienrichtungen mit vielen Studenten und wenig Lehrenden möglich.

Studentenzahl-abhängige Finanzierung vermisst

Die von den Rektoren seit langem geforderte Studienplatzbewirtschaftung - also eine von der Studentenzahl abhängige Uni-Finanzierung - findet sich in den SP-VP-Vorhaben überhaupt nicht. Badelt vermisst auch das langfristige, auch von der EU vorgegebene Ziel, die Hochschulausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu steigern: "Das geht uns schmerzhaft ab."

Noch nicht klar ist für Badelt die Kompetenzverteilung. "Ich kann nur hoffen, dass das Ministerium für Wissenschaft und Forschung auch seinen Namen verdient", sagte er vor allem im Hinblick auf die Forschungsagenden. So müsste etwa der Wissenschaftsfonds FWF "unbedingt" vom Infrastruktur- ins Wissenschaftsministerium wandern. Es wäre auch "paradox", wenn die Pädagogischen Hochschulen nicht in diesem Ressort angesiedelt wären. (APA)

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