Polens Bauern an der Armutsgrenze

13. Februar 2007, 13:39
4 Postings

Bauern und ihre Ange­hörigen scheinen in offiziellen Arbeitslosen-Statistiken nicht auf. 40 Prozent verdie­nen weniger als 132 Euro

Warschau - Eine Studie des polnischen Forschungsinstituts ARC hat erstmals die speziellen Probleme der Arbeitslosigkeit auf dem Land untersucht. Typisch für die ländlichen Regionen sei etwa die hohe Zahl der Dauerarbeitslosen, sagte Adam Czarnecki, der die Studie am Mittwoch in Warschau vorstellte. Fast 58 Prozent der polnischen Landwirte seien seit mehr als drei Jahren arbeitslos.

Allerdings tauchen Landwirte und ihre Angehörigen in den offiziellen Statistiken der Arbeitsämter nicht auf. Grund dafür sei ihr Status. Als Landwirte haben sie eine Sozialversicherung und sollten ihren Lebensunterhalt theoretisch aus der Landwirtschaft beziehen.

Das Einkommen vor allem der Kleinbauern mit weniger als 15 Hektar Land sei jedoch erschreckend niedrig. Nur zwölf Prozent der Landwirte haben ein Einkommen, das mit dem Durchschnittseinkommen vergleichbar sei. Viele lebten an der Armutsgrenze. Fast 40 Prozent der Befragten haben demnach ein Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 500 Zloty (132 Euro). (APA/dpa)

  • Studie: Jeder zweite Bauer in Polen ist langzeit-arbeitslos.
    foto: standard/heribert corn

    Studie: Jeder zweite Bauer in Polen ist langzeit-arbeitslos.

Share if you care.