Feiertags-Notstand im Frauenhaus Neunkirchen

15. März 2007, 16:45
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ÖGB-Bogath sieht sozialdemokratische Frauenministerin Bures gefordert, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen

Wien - Einen feiertagsbedingten Notstand bei den Frauenhäusern ortet Christa Bogath, Frauenvorsitzende des ÖGB NÖ. So sei das Frauenhaus Neunkirchen nach den Feiertagen derart überfüllt gewesen, dass Zuflucht suchende Frauen abgewiesen werden mussten, heißt es in einer Aussendung.

Laut Christa Bogath sei der schwarz-blau-orangen Regierung eindeutig anzulasten, dass sich Frauen vermehrt unbedacht in die finanzielle Abhängigkeit ihres Ehemannes oder Partners begeben haben.

"Laut christlich-sozialer Anschauung nehmen viele Frauen ihre Rolle innerhalb der Familie wahr und verzichten auf ein eigenständiges Einkommen. Böses Erwachen ist leider sehr oft Realität", erläutert Frauenpolitikerin Bogath. "Diese Frauen sind von Existenzängsten geplagt, sobald sie nur an Trennung denken. Daher lassen sie sich von ihren Lebenspartnern viel gefallen. Frauen halten - auf Grund ihres Pflichtverständnisses - meist sehr lange durch, erdulden psychische und physische Gewalt und das quer durch alle sozialen Schichten."

Sechs Frauen abgelehnt

Laut Rücksprache mit der Leiterin des Frauenhauses Neunkirchen, Barbara Prettner, kommt es besonders im Umfeld von Feiertagen zur Überlastung ihrer Institution: "Vor Weihnachten hatten wir fünf Frauen in unserem Frauenhaus. Drei Frauen kamen zu Weihnachten zu uns. Zwischen 25. Dezember 2006 und 4. Jänner 2007 mussten sechs Frauen abgelehnt werden."

Bogath dazu: "Frauen versuchen meist noch irgendwie über die Feiertage zu kommen, pflichtbewusst wie sie sind - auch um ihren Kindern das Weihnachtsfest nicht zu verderben. Viele wenden sich leider erst nach den Feiertagen in ihrer Not an die Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser."

Frauenministerin gefragt

Abschließend betonte Bogath ihre Erwartungen an die neue Frauenministerin: "Ich gehe davon aus, dass Doris Bures so schnell es geht dazu beitragen wird, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Frauen ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben ermöglichen." (red)

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