Räikkönen: "Bin kein Schumacher"

13. März 2007, 10:42
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Der finnische Ferrari-Pilot warnt vor Ver­gleichen und rechnet mit seinem ehemaligen Ar­beitgeber McLaren-Mercedes ab

Madonna di Campiglio - Der finnische Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen zeigte sich anlässlich der Präsentation des neuen Ferrari am Mittwoch beim traditionellen Pressemeeting der Scuderia im italienischen Skiparadies Madonna di Campiglio bescheiden. "Ich bin kein Schumacher und jeder weiß es. Vergleiche darf man erst nach einigen Rennen ziehen, nicht früher", erklärte der Finne.

Der Nachfolger des zurückgetretenen Superstars Michael Schumacher betonte: "Ich fühle keinen Druck und ich weiß, dass ich mit der Unterstützung eines beispiellosen Teams rechnen kann." Auch seinen Kollegen Felipe Massa fürchtet Räikkönen nicht: "Ich will für das Team meinen Beitrag leisten, ich denke nicht, dass es eine Nummer eins gibt. Ich und Massa werden das selbe Auto zur Verfügung haben und alles wird von unseren Fähigkeiten abhängen. Es wird weder eine Nummer eins, noch eine Nummer Zwei geben."

Integration

Mit einem etwas holprig formulierten "buon giorno" sammelte der als schwierig und unzugänglich geltende "Iceman" zunächst Pluspunkte bei den italienischen Pressevertretern, reagierte aber danach gewohnt unterkühlt. Er habe nicht vor, eine Schule zu besuchen, um die Sprache zu lernen. Für Räikkönen steht im absoluten Vordergrund, sich möglichst schnell bei Ferrari zu integrieren und die in ihn gesetzten hohen Erwartungen zu erfüllen. "Wir wollen Rennen und die WM gewinnen, aber es ist noch zu früh für eine Prognose", sagte der 27-Jährige.

Kein Druck

Er verspüre keinen Druck wegen seines Wechsels. Als er vor fünf Jahren als junger Fahrer zu McLaren-Mercedes gekommen sei, sei er in der gleichen Situation gewesen. Räikkönen nutzte die Pressekonferenz für ein paar verbale Konter gegen seinen alten Arbeitgeber, der zuletzt die laxe Einstellung des als trinkfest geltenden Finnen kritisiert hatte: "Es lag nicht an meinem Lebensstil, dass wir nicht gewonnen haben, sondern das Auto war zu langsam oder nicht zuverlässig genug." Zudem bezeichnete er die Atmosphäre und das Arbeitsklima bei Ferrari als angenehm und familiär.

Keine Emotionen

"Rot ist wesentlich wärmer", nannte er einen Unterschied zu den Silbernen. Zugleich kündigte der neunfache Grand-Prix-Sieger an, seinen Arbeitsstil nicht zu verändern, womit Probleme für die Zukunft programmiert sein dürften. Sein Vorgänger Schumacher kam ohne Seitenhiebe weg. Allerdings stimmte Räikkönen im Gegensatz zu Massa auch keine Lobeshymnen auf den siebenfachen Champion an. "Michael war mehrere Jahre lang der Top-Fahrer. Es ist normal, dass ich jetzt mit ihm verglichen werde. Aber deshalb verspüre ich keinen Druck", sagte er emotionslos.

"Es ist das erste Jahr ohne Michael und viele werden ihn vermissen, aber das ist normal." Schumacher werde das Team mit seiner Erfahrung und seinem Wissen unterstützen, "wenn wir das benötigen". Trotz des Schumacher-Rücktritts rechnet Räikkönen nicht mit einem einfacheren Titelrennen: "Ich weiß nicht, ob es jetzt leichter wird. Es gibt viele schnelle Burschen." Massa schwärmte dagegen geradezu von seinem Ex-Teamkollegen: "Michael war für mich ein unglaublich guter Lehrer." (APA/dpa)

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    "Michael war für mich ein unglaublich guter Lehrer"

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