Vermehrt Abtreibungen in Deutschland

13. Juli 2000, 18:34

Auf soziale Gründe wird geschlossen

Wiesbaden - Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, wurden insgesamt 35.339 Abtreibungen vorgenommen. Das sind rund 881 oder drei Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 1999. Die Zahl der Abbrüche liege aber seit 1996 relativ konstant bei jährlich rund 130.000, sagte ein Sprecher. Die meisten Abtreibungen (97 Prozent) seien nach der Beratungsregelung vorgenommen worden, was auf soziale Gründe schließen lasse. Nur in drei Prozent der Fälle sei eine Abtreibung auf medizinisches Anraten oder wegen einer Vergewaltigung vorgenommen worden.

Fast die Hälfte der Frauen war den Angaben zufolge zum Zeitpunkt des Eingriffs verheiratet, rund vier Prozent der Frauen seien minderjährig gewesen. Fast jede dritte Frau habe vor dem Schwangerschaftsabbruch noch keine Lebendgeburt gehabt. Die Eingriffe seien vorwiegend ambulant (90 Prozent) vorgenommen worden, davon 71 Prozent in gynäkologischen Praxen, der Rest in Krankenhäusern. Die Statistik umfasst nur die Abtreibungen, die offiziell gemeldet wurden. (Reuters)

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