Zu 100 Prozent international

9. März 2007, 10:23
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Gelebte Völkerverständigung

Innsbruck/Klagenfurt - "Kako ti . . . häh?" Ganz verstanden haben wir nicht, was uns Lara beizubringen versuchte. Die erste Slowenisch-Stunde brachte trotz "spielerischer" Einführung Schwierigkeiten mit sich. Ort der Handlung: Das Slowenische Gymnasium Klagenfurt. Ziel: Erfahrungs- und Sprachaustausch der Partnerklasse 6a mit der 2a der HAK International Innsbruck.

Unser Projekt steht im Zeichen der Mehrsprachigkeit. Schließlich legt auch die 6a als "Kugy-Klasse" großen Wert auf Internationalität. Die Schüler werden in Slowenisch und Deutsch unterrichtet und lernen noch Englisch, Italienisch und Französisch.

Um einander kennen zu lernen, wohnen wir Tiroler während unseres Aufenthalts bei unseren Partnerschülern. Am Tag nach der Ankunft beginnt der "Ernst des Lebens": Wir müssen in die Schule! Das Gebäude des Slowenischen Gymnasiums ist um einiges moderner als die HAK Innsbruck: Die Architektur ist schlichter, die Wände sind schöner gestrichen und es gibt eine digitale Infotafel in der Aula.

In der Klasse bietet sich ein ungewohntes Bild: Zwei Schülerinnen stehen an der Tafel und überhäufen ihre Gäste mit slowenischem Vokabular, während wir mit unseren Lehrern gespannt zuhören. Die slowenisch-kärntnerischen Schüler unterrichten beinahe so professionell wie Sprachlehrer. Wir haben Lust auf mehr bekommen.

Bei der Exkursion bekamen wir auch Einblick in Kultur und politische Ambition der slowenischen Minderheit.

Es kann nur von Vorteil sein, Sprachgrenzen auch im eigenen Land zu überwinden und neue Wege der Verständigung zu erschließen. Ein Gegenbesuch unserer Partnerklasse in Innsbruck ist bereits fix. Sechs Sprachen und eine multikulturelle Schülerschar beweisen: Wir sind 100 Prozent international! (Romana Stecher/DER STANDARD Printausgabe, 9. Jänner 2007)

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