Warum ich Gehrer mehr schätze als Gusenbauer

16. Juli 2007, 11:43
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Gehrers Ehrlichkeit im Vergleich zu Gusenbauers leeren Versprechen - von Ralph Schallmeiner

Im Oktober 2003 hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, Elisabeth Gehrer in meiner damaligen Funktion als stellvertretender ÖH-Vorsitzender zu treffen.

Wir verhandelten damals in ihrem Büro, und natürlich erhob ich gemeinsam mit meiner damaligen Vorsitzkollegin die Forderung nach sofortiger Abschaffung der unsäglichen Studiengebühren. Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen und war hart und gerade: "Nein, sicherlich nicht!"

Aus heutiger Sicht geradezu wohltuend im Gegensatz zu einem, der durch Unis tourt und vollmundig Studentinnen und Studenten ködert mit dem unverrückbaren Versprechen, die Gebühren abzuschaffen.

Geradezu imposant offen, die damalige Aussage von Elisabeth Gehrer im Gegensatz zu den schön klingenden Aussagen eines Kanzleraspiranten Gusenbauer, der uns allen in diversen TV-Konfrontationen erklärte, dass die Frage der Studiengebühren eine Koalitionsbedingung sei.

Und ausnehmend geradlinig im Gegensatz zum absurd erscheinenden "Frondienstmodell" der neuen Koalition, das von Gusenbauer nun als großer Wurf präsentiert wird.

Deswegen schätze ich Elisabeth Gehrer mehr als Alfred Gusenbauer.(DER STANDARD, Printausgabe, 10.01.2007)

Ralph Schallmeiner ist ehemaliger ÖH-Vorsitzender an der Uni Salzburg und stellvertretender Vorsitzender der Bundes-ÖH
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