Forschung: Mehr Geld, aber (noch) in drei Ressorts verteilt

1. März 2007, 19:43
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Gerangel um Förderbudgets und Sektionen

Die Startposition von Neo-Infrastrukturminister Werner Faymann ist ähnlich ungünstig wie jene seines Vorvorvorgängers Michael Schmid (FPÖ) im Jahr 2000: Die Forschungsagenden sind künftig offiziell auf zwei Ressorts verteilt, historisch bedingt aber de facto weiterhin auf drei.

Will der ehemalige Wiener Wohnbaustadtrat Meter in der außeruniversitären Forschung gewinnen, muss er als erste Maßnahme Wirtschaftsminister Martin Bartenstein dessen vier Abteilungen für wirtschaftsnahe Forschungsförderung abknöpfen. Gelingt das nicht, bleibt ihm eine personell über-, dafür aber blau-orange durchsetzte Forschungssektion, die auch noch den Wissenschaftsfonds FWF verliert. Geht der, wie bereits vor der Wahl fixiert, an das Wissenschaftsministerium, bliebe Faymann nur die Mitsprache bei der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die halbe/halbe den beiden "schwarzen" Ministern für Wirtschaft und Finanzen gehört.

Vor diesem Hintergrund spannend wird auch die Verteilung der angekündigten Aufstockung diverser Forschungsbudgets, der Nationalstiftung und der Technologiemilliarde im Jahr 2007 um 50 Millionen Euro spannend. 2008 soll es 100 Mio. Euro zusätzlich geben, 2009 sogar 250 Mio. und 2010 weitere 400 Millionen. Um die Forschungsquote bis 2010 auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern, steigen die Ausgaben des Bundes im Schnitt jährlich um zehn Prozent.

Wie der neue Forschungsressortchef mit den Blaufärbungen in den Gesellschaften des Ministeriums umgeht - allen voran im Forschungszentrum Seibersdorf - bleibt abzuwarten. Vizekanzler Hubert Gorbach bis gestern, Dienstag, aktiv: Der Aufsichtsrat der AustriaTech, Gesellschaft des Bundes für technologiepolitische Maßnahmen, wurde mit den Beamten Andreas Reichhardt, Peter Franzmayer und Gerhard Gürtlich sowie Pamela Kritzinger vom Kabinett neu besetzt. (ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.1.2007))

  • Die Nachricht über mehr Geld freut Forschungsrat Knut Consemüller.
    foto: standard/robert newald

    Die Nachricht über mehr Geld freut Forschungsrat Knut Consemüller.

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