Neue Regierung will Energieimport-Abhängigkeit vermindern

1. März 2007, 19:44
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Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit soll verstärkt auf erneuerbare Energieträger gesetzt werden

Wien - Im Energiebereich will die neue österreichische Bundesregierung verstärkt die Abhängigkeiten von Importen reduzieren. Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit soll verstärkt auf erneuerbare Energieträger gesetzt werden, geht aus dem seit Dienstag vorliegenden Regierungsprogramm hervor.

Die Position der heimischen Strom-Unternehmen im europäischen Strombinnenmarkt soll im Rahmen einer weiteren Konsolidierung der E-Wirtschaft in Österreich gestärkt werden, heißt es. Der Lückenschluss im heimischen 380-kV-Leitungsring solle unverzüglich erreicht werden, um eine Verminderung eines großflächen Stromausfallsrisikos zu gewährleisten.

Mit der Energiewirtschaft will man einen mit 500 Mio. Euro dotierter Energie- und Klimaschutzfonds schaffen, um wichtige Forschungs- und Technologieimpulse auszulösen. Bereits die bisherige Regierung hatte im November einen solchen Fonds beschlossen, bei dem über vier Jahre die Mittel zur Hälfte von der ÖIAG und zu je einem Viertel aus Verbund-Dividenden und dem Bundesbudget kommen sollten.

Erneuerbare Energieträger

Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und zur Reduktion der Importe von fossiler Energie setzt die neue Regierung nach eigenen Angaben verstärkt auf erneuerbare Energieträger, inländische Energieerzeugung, auf Energiesparen sowie auf intensive Energieforschung und neue Energietechnologien.

Der Anteil der erneuerbaren Energie am Gesamtenergieverbrauch solle auf mindestens 25 Prozent bis zum Jahr 2010 gesteigert und bis 2020 auf 45 Prozent verdoppelt werden. Der Anteil der erneuerbaren Stromerzeugung solle bis 2010 auf 80 Prozent gesteigert und bis 2020 auf 85 Prozent angehoben werden. Zudem soll ein Masterplan zur optimalen Nutzung der Wasserkraft erstellt und der Biomasseeinsatz bis 2010 verdoppelt werden, heißt es.

Energieintensität verbessern

Beabsichtigt ist auch eine stärkere Entkoppelung zwischen Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch. Daher soll die Energieintensität bis 2010 um mindestens 5 Prozent verbessert werden, bis 2020 um mindestens 20 Prozent. Bis 2010 soll es bei allen österreichischen Haushalten einen "Energie-Check" geben. In der Wohnbauförderung sollen ab 2015 nur mehr Häuser und Bauten im großvolumigen Wohnbau gefördert werden, die dem "Klima-Aktiv-Passivhausstandard" entsprechen.

Mit der verstärkten Reduzierung einseitiger Abhängigkeiten von Energieimporten könne Konkurrenz unter den Produzenten erzeugt und Monopolisierungstendenzen entgegen gewirkt werden. Dies könne sicherstellen, dass alle Bürger und Unternehmen einen möglichst kostengünstigen und diskriminierungsfreien Zugang zu Energie haben, heißt es im Regierungsprogramm weiter. Wichtige Elemente dafür seien die Erschließung neuer Transportoptionen im Rahmen der transeuropäischen Netze und der Nabucco-Gaspipeline sowie die Anbindung an LNG-Terminals (Flüssigerdgas). (APA)

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