Ein Prozent der Automaten ohne Sperre

20. Oktober 2007, 13:11
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Den Trafikanten drohen 500 Euro Strafe - Wer sich ewig sträubt, riskiert den Verlust der Trafik

Wien - 81 Verwarnungen hat die Monopolverwaltung für Tabakwaren bei den Kontrollen der Sicherheitssperren an Zigarettenautomaten in ganz Österreich ausgesprochen. Damit hätten etwa ein Prozent von insgesamt 8.000 Trafikanten die Automaten ohne die seit Jahresbeginn vorgeschriebene Altersüberprüfung in Betrieb genommen, sagte Fritz Simhandl, Geschäftsführer der Monopolverwaltung, am Dienstag zur APA. Bei 95 Prozent der Geräte werde die Jugendschutzmaßnahme, die den Zigarettenkauf von unter 16-Jährigen verhindern soll, bereits vorschriftsmäßig angewendet.

Ein geringer Teil der Trafikanten warte noch auf die Umrüstung und habe die Geräte vorläufig außer Betrieb genommen, berichtete Simhandl. Nach Abschluss der ersten Kontrollrunde in ganz Österreich werden die verwarnten Betreiber seit Dienstag erneut überprüft. Wird dabei ein weiterer Verstoß festgestellt, muss eine Geldstrafe in der Höhe von 500 Euro bezahlt werden. Wird das Geräte auch danach nicht für unter 16-Jährige gesperrt, droht ein Kündigungsverfahren und damit der Verlust der Trafik.

Bisher keine Strafen

Bisher wurden keine Strafen verhängt, sagte Simhandl, der österreichweit nur mit einer geringen Zahl von bis zu drei Geldbußen rechnet. Auch Verwarnungen, die vor allem wegen technischer Probleme bei der Umstellung ausgesprochen wurden, seien bereits wieder aufgehoben worden. "Ein Großteil der Trafikanten hat darauf vertraut, dass die Zeitschaltuhr automatisch umspringt", meinte der Geschäftsführer.

Die Alterssperre hätte dadurch genau mit Beginn des 1. Jänners in Betrieb genommen werden sollen, diese Umschaltung habe allerdings nicht überall funktioniert, erklärte Simhandl. In manchen Fällen sei die Uhr auch nicht richtig eingestellt worden. Mit 37 Verwarnungen wurden in Wien die meisten Verstöße festgestellt. Nur sehr wenige Probleme mit der neuen Vorschrift gab es im Burgenland (eine Verwarnung) sowie in Salzburg (zwei Verwarnungen).

Die Bedienungsscheu der Kunden, die Automaten mit Altersüberprüfung zu benützen, lässt langsam nach. "Sie nimmt von Tag zu Tag ab", sagte Simhandl. Trafikanten erklären ihren Stammkunden die Benützung der Systeme oder kleben zusätzlich Bedienungsanleitungen an die Geräte. Trotz Anlaufschwierigkeiten habe sich mittlerweile herumgesprochen, dass das System funktioniere.

Mehr Geschäft in Trafiken

Einen drastischen Umsatzrückgang kann sich der Geschäftsführer durch die Regelung nicht vorstellen. An Automaten wurde vielleicht in den ersten Tagen etwas weniger gekauft, dafür dürfte das Geschäft in den Trafiken etwas zugenommen haben, meinte er. Einbußen in einzelnen Filialen seien vorstellbar. Ob sich die Umsätze durch die Regelung verändert haben, könne man allerdings erst nach dem Monatsende mit Sicherheit sagen.

Gerüchte, dass die Sicherheitssperre durch andere Chipkarten umgangen werden könne, seien falsch, meinte Simhandl. Anleitungen die im Internet kursieren, wurden überprüft und ausprobiert. Das Austricksen der Altersüberprüfung sei damit allerdings nicht möglich. (APA)

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    foto: corn
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