Der Wind, der das Becken "ausputzt"

12. Jänner 2007, 11:01
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In Graz könnte es am Sonntag zum ersten Fahrverbot wegen erhöhter Feinstaubwerte kommen, Wind könnte Abhilfe schaffen

In Graz könnte es am Sonntag zum ersten Fahrverbot wegen erhöhter Feinstaubwerte kommen, Wind könnte Abhilfe schaffen. Das milde Wetter und Sonnenschein verhindern nicht nur hohe Heizkosten, sondern auch die Winterdepression.

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Graz/Wien - In Graz steht die Luft und schon eine Brise könnte dazu beitragen, dass diese sich verflüchtigt. Wenn allerdings kein Wind aufkommt, dann kann es am Sonntag zum ersten Fahrverbot wegen erhöhter Feinstaubwerte kommen.

Alles vom Wind abhängig

"Momentan ist alles vom Wind abhängig", sagte Dietmar Öttl vom Luftgütereferat des Landes Steiermark. Derzeit stehe man noch bei "Tag null" bezüglich der Grenzwertüberschreitungen. Ist jedoch der Tagesmittelwert in Graz an zwei der sechs Messstationen fünf Tage hintereinander über dem Grenzwert von 75 Mikrogramm pro Kubikmeter, so müssen alle alten Diesel-Pkws ohne Partikelfilter in den Garagen bleiben.

Wind putzt Schadstoffe aus

Den Wetterprognosen zufolge soll sich in den kommenden Tagen nichts ändern - über dem Grazer Becken könne sich eine so genannte Inversionsschicht bilden, die kaum Luft mit der darunter liegenden Schicht austauscht. Der Experte erklärte, dass dadurch die Luft in Graz "stagniert". In solchen Tagen, an denen kein Wind die Schadstoffe im Grazer Becken "ausputzt", genügten geringe Emissionen zur Überschreitung der Grenzwerte, so Öttl. Die einzige Hoffnung seien die hohen Temperaturen: Für den Mittwoch wurden 14 Grad Celsius vorhergesagt. Wenn es warm genug sei, werde weniger geheizt, was zu geringeren Emissionen durch Hausbrand führe, meinte Öttl.

(APA, mil/DER STANDARD; Printausgabe, 10.1.2007)

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    foto: graz tourismus
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