Wachstumsdynamik hält an

24. Jänner 2007, 10:58
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OeNB-Direktor Christl sieht die österreichische Wirtschaft derzeit in blendender Verfassung und erwartet positive Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Konsum und Investitionen

Wien - Eine anhaltend starke wirtschaftliche Dynamik in Österreich sieht die Oesterreichische Nationalbank (OeNB). Das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird für das vierte Quartal 2006 und das erste Quartal 2007 im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt mit jeweils 0,8 Prozent erwartet. Im Jahresabstand sind dies in beiden Quartalen je 3,4 Prozent BIP-Zuwachs.

"Die österreichische Wirtschaft befindet sich derzeit in einer blendenden Verfassung. Uns liegen keine Anzeichen vor, die auf eine unmittelbar bevorstehende Abkühlung des Wachstums hindeuten", so OeNB-Direktor Josef Christl in einer Pressemitteilung von Dienstag.

Gegenüber der letzten Veröffentlichung des Konjunkturindikators vom September 2006 bleibe die Wachstumsprognose für das vierte Quartal 2006 unverändert.

Wachstumsschub durch Exporte

Weiterhin treibende Kraft seien die Exporte. Positive Auswirkungen zeige die gute Konjunktur auf den Arbeitsmarkt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Mit den stärkeren Einkommenszuwächsen könne zudem erwartet werden, dass sich die Konsumdynamik zu Beginn des Jahres etwas beschleunige. Darauf deuteten auch steigendes Konsumenten- und Einzelhandelsvertrauen sowie die derzeit niedrige Inflation hin. Auch die Investitionsdynamik der Unternehmen werde anhalten. Das wichtigste Konkunjunkturrisiko wird von der Nationalbank derzeit in einer weiteren Aufwertung des Euro gesehen.

Die Ausfuhren entwickelten sich in den ersten drei Quartalen 2006 sehr günstig, wenngleich sich die Zuwachsraten seit dem Rekordjahr 2004 etwas abgeschwächt haben. Der steigende Außenwert des Euro gegenüber dem US-Dollar hinterlasse gegenwärtig noch keine sichtbaren Spuren in der österreichischen Außenhandelsstatistik. Die Exporte nach Deutschland könnten zwar wegen der deutschen Mehrwertsteuererhöhung im ersten Quartal 2007 weniger stark wachsen als zuletzt. Es werde jedoch mit keinem nennenswerten Effekt auf die österreichische Konjunktur gerechnet, da sich die deutsche Wirtschaft derzeit in einer robusten Verfassung befindet, so die Nationalbank in ihrem heute veröffentlichten Konjunkturindikator.

Unternehmen an Kapazitätsgrenze

Das Investitionswachstum habe sich von Beginn des Jahres 2005 bis zum dritten Quartal 2006 kontinuierlich beschleunigt, und das starke Exportplus der letzten Jahre habe viele Unternehmen im exportierenden Sektor an ihre Kapazitätsgrenze gebracht. Die Umfragen zeigten eine ungebrochene Investitionslaune der Unternehmen. Gemeinsam mit den nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen deute dies auf ein Anhalten der Investitionsdynamik hin.

Am Arbeitsmarkt habe die das kräftige Beschäftigungswachstum gemeinsam mit einer Zunahme der Schulungsteilnehmer zu einem Rückgang der gemeldeten Arbeitslosen geführt. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen habe im November 2006 im Jahresabstand um ein Drittel zugenommen. Dies deute auf eine weitere positive Entwicklung am Arbeitsmarkt hin. Die Prognose basiert auf einer gefestigten konjunkturellen Lage im Euroraum und derzeit stabilen Erdölpreisen. (APA)

  • Josef Christl
    foto: standard/regine hendrich

    Josef Christl

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