Uni Graz verleiht Ehrendoktorat an Popper-Mitstreiter Hans Albert

4. April 2007, 13:36
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86-jähriger Mannheimer Soziologe und Wissenschaftstheoretiker wird am Mittwoch geehrt - "Wertvolle Impulse" als Lehrender und Studierender

Graz - Den deutschen Soziologen und Wissenschaftstheoretiker Hans Albert (geb. 1921) würdigt die Universität Graz am kommenden Mittwoch mit der Verleihung eines Ehrendoktorates der Philosophie. Der emeritierte Professor der Universität Mannheim gilt seit dem Tod von Sir Karl Popper - mit dem er befreundet war - als der führende Vertreter des Kritischen Rationalismus im deutschen Sprachraum.

Die Kontakte zwischen Albert und der Universität Graz reichen bis in die 1960er-Jahre zurück, so die Grazer Uni. Im Rahmen von zahlreichen Seminaren sowie als Gastprofessor habe der Mannheimer Wissenschaftler "sowohl Lehrenden als auch Studierenden wertvolle Impulse" gegeben.

Das umfangreiche Werk Hans Alberts umfasst rund 30 Monografien und an die 200 Aufsätze. Noch vor Erscheinen seiner Hauptwerke fiel er durch brillante Diskussionsbeiträge auf. Besonders bekannt wurde sein in vielen Auflagen und zahlreichen Sprachen erschienenes "Traktat über kritische Vernunft" (1968) sowie der von ihm mit herausgegebene und -verfasste Sammelband "Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie" (1969).

Der Wissenschaftler, der seit 1958 in engem Kontakt mit Karl Popper stand, versteht sich wie dieser als Vertreter des Kritischen Rationalismus, der die Fehlbarkeit menschlicher Erkenntnis als systematisches Problem bei der Suche nach wissenschaftlicher Wahrheit thematisiert. Dabei steht bei Albert die Methodologie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften im Zentrum der Arbeiten, die aber auch ein weites Spektrum von wissenschafts- und erkenntnisphilosophischen sowie sozialphilosophischen, rechtstheoretischen und religionskritischen Schriften umfassen.

Albert wurde am 8. Februar 1921 in Köln geboren. Nach Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft promovierte er 1952 an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln. 1957 erfolgte dort seine Habilitation. 1963 besetzte er einen neu geschaffenen Lehrstuhl für Soziologie und Wissenschaftstheorie an der Universität Mannheim, wo er - ungeachtet mehrerer Rufe an andere Hochschulen - bis zu seiner Emeritierung 1989 tätig war. (APA)

(S E R V I C- E - )

Das Ehrendoktorat der Philosophie wird am 10. Jänner 2007 um 11.00 Uhr in der Aula der Grazer Uni verliehen. Als Laudatoren fungieren Kurt Salamun vom Grazer Institut für Philosophie, und Max Haller vom Institut für Soziologie. Mehr Information zu Hans Albert ist unter Open Societyabrufbar.
  • Hans Albert gilt als Vertreter des Kritischen Rationalismus.

    Hans Albert gilt als Vertreter des Kritischen Rationalismus.

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