Vorerst keine weiteren Privatisierungen

1. März 2007, 19:44
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Neue Regierung unter Alfred Gusenbauer hat "keine expliziten Schritte vor" - Auch bei der Post bleibt die Mehrheit in Staatsbesitz

Wien - Die künftige SP/VP-Koalitionsregierung plant keine weiteren Privatisierungen bei Telekom Austria und Post AG, sagte der künftige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) am Montagnachmittag bei der Präsentation des Ergebnisses der Koalitionsverhandlungen. Bei der Post, die im vergangenen Jahr an die Börse gebracht worden ist, sei es "nicht sinnvoll", die staatliche Mehrheit von 50 Prozent und einer Aktie aufzugeben, sagte Gusenbauer. Derzeit hält die ÖIAG 51 Prozent an der Post.

Bei der Telekom Austria (TA), bei der die Staatsholding noch über die Sperrminorität von 25,18 Prozent verfügt, werde die Expansionsstrategie in Mittel- und Osteuropa weiter gehen. "Sollten sich eine Kooperationsmöglichkeit ergeben, wird diese geprüft", sagte Gusenbauer - aber: "Wir haben keinen expliziten weiteren Privatisierungsschritt vor", so der künftige Bundeskanzler.

Die Aktie der Telekom Austria fiel nach den Erklärungen Gusenbauers um 1,4 Prozent auf 21 Euro. Die Post-Aktie reagierte kaum auf die Aussagen.

ÖIAG bleibt

Die in den vergangenen Wochen diskutierte Infrastrukturholding, in der sämtliche Beteiligungen des Bundes zusammengefasst werden sollten, wird vorerst nicht kommen. Im Koalitionsabkommen sei vereinbart worden, dass die bestehenden Beteiligungsstrukturen unverändert bleiben, hieß es am Montag aus hochrangigen SPÖ-Kreisen.

Die Staatsholding ÖIAG - unter dem Finanzministerium mit Beteiligungen an Post, Telekom, OMV und AUA - bleibt damit vorerst bestehen. ÖBB und Asfinag verbleiben beim Verkehrsministerium, die Staatsanteile am Verbund beim Wirtschaftsministerium. Es sei Sache der künftigen zuständigen Minister, wie sie ihre Beteiligungen ordnen, hieß es. (APA)

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