Fidelio Software schlittert in Konkurs

20. März 2007, 12:52
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Konkurs der Internet-Plattform "homebase.cc" riss Klagenfurter "Mutterfirma" mit

Klagenfurt - Die Pleite der Kärntner Internet-Plattform "homebase.cc" vor einigen Tagen hat nun auch jene Software-Firma mitgerissen, welche die Plattform entwickelt hat. Die "Fidelio Software Verwertungs GesmbH", die frühere COMMARO des Unternehmers Dietmar Schwarzenbacher, hat am Montag am Landesgericht Klagenfurt Konkurs angemeldet. Laut Kreditschutzverband von 1870 ist die Firma mit rund 4,23 Mio. Euro überschuldet, eine Fortführung ist nicht geplant.

Zwölf Mitarbeiter verlieren ihren Job, rund 20 Gläubiger haben Forderungen an die Firma. Die Höhe der Aktiva beträgt rund 597.000 Euro, die Passiva werden mit rund 4,830 Mio. Euro beziffert. Als Begründung für die Pleite wird die "finanzielle Nichtverkraftung des Forderungsausfalls" durch die Pleite der "homebase" angegeben. Die ehemalige COMMARO ist eine Tochter des Software-Entwicklers Uniquare, auch deren Eigentümer Dietmar Schwarzenbacher ist an dem Unternehmen beteiligt.

Prestigeprojekt

Die "homebase.cc" hat am 29. Dezember Konkurs angemeldet. Das Prestigeprojekt war vom Land Kärnten unterstützt worden, die Plattform sollte Internet-User, Unternehmen, Behörden und öffentliche Stellen vor allem im ländlichen Raum vernetzen. Die Entwicklung der Software für die "homebase" hat laut Schwarzenbacher zwei Mio. Euro gekostet, die er jetzt "in den Kamin schreiben" könne, wie der Unternehmer anlässlich der "homebase"-Pleite erklärte, bei der auch die öffentliche Hand Geld verloren hat.

Im Jänner 2006 hatte die Kärntner Landesregierung beschlossen, die "homebase.cc" finanziell zu unterstützen. Es lagen positive Beurteilungen des Projekts sowohl vom Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) als auch der Kärntner Betriebsansiedlungs- und Beteiligungsgesellschaft (BABEG) vor. Aus dem Kärntner Zukunftsfonds sollten 800.000 Euro in das Projekt fließen. Gesellschafter waren neben der COMMARO, der jetzigen Fidelio, auch die BABEG, Landwirtschafts- und Arbeiterkammer sowie die Universität Klagenfurt. Insgesamt zahlten die Gesellschafter 335.000 Euro ein, 100.000 davon entfielen auf die BABEG. Mit an Bord waren auch mehrere Kärntner Banken, die von ihren 375.000 Euro wohl nicht mehr viel sehen werden. Diverse Förderungen in der Gesamthöhe von 2,55 Mio. Euro wurden zwar zugesagt, aber letztlich nicht ausgezahlt. (APA)

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