Kinder nicht in Diätwahn treiben

26. Juli 2007, 13:30
2 Postings

Eltern sollen leicht übergewichtige Kinder nicht zum Abnehmen antreiben - Sonst drohen Magersucht sowie Nährstoff- und Energiemangel

Hamburg - Eltern sollten ihre Kinder bei leichtem Übergewicht nicht in einen Diätwahn treiben. Zum einen kann dadurch das Magersucht-Risiko erhöht werden, zum anderen droht ein Nährstoff- und Energiemangel, der gerade für Heranwachsende gefährlich ist, wie Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in der Frauenzeitschrift "Für Sie" berichtete. In Deutschland gelten rund 2,7 Millionen Kinder und Jugendliche als zu dick. Und bis zu 80 Prozent der übergewichtigen Zehn- bis 13-Jährigen leiden nach Expertenangaben später auch als Erwachsene unter zu vielen Kilos.

Keine Verbote

Dennoch muss laut Restemeyer ein Kind mit mäßigem Übergewicht keine Diät machen: "Es geht bei diesen Kindern auch nicht ums Abnehmen." Tägliches Wiegen sollte nach Angaben der Ernährungswissenschafterin ebenso tabu sein wie eine Reduzierung der täglichen Nahrungsmenge um die Hälfte. "Lebensmittel zu verbieten, ist ebenfalls die falsche Strategie", betonte die Expertin. Stattdessen solle eine Art Familienpakt geschlossen werden: Auch die Eltern sollten sich gesünder ernähren und viel bewegen, damit der gesunde Lebensstil für das Kind selbstverständlich werde.

Alternativen

Ideal seien eine vollwertige Mischkost und ab und zu auch etwas Süßes. Außerdem solle das Essen auf fünf Mahlzeiten täglich beschränkt und die warme Mahlzeit als Familien-Event gestaltet werden. Dadurch werde langsamer gegessen und Fressattacken vorgebeugt, sagte auch die Psychologin Julia Raif von der Spessart-Klinik, die sich auf junge fettleibige Patienten spezialisiert hat. Auch Bewegung lenke vom Appetit ab, und zudem verbrenne das Kind dadurch Fett. Teil des Familienpaktes solle daher ein aktives Wochenende sein, beispielsweise mit Ausflügen ins Schwimmbad oder zum Eislaufen. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.