
Screenshot von der Homepage der Bundes-SPÖ, Bereich Bildungspolitik, 8.1. 2007.
Wer für sein Studium nichts zahlen will, muss eben dafür arbeiten. Auf diese simple Formel brachte SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer den "in großer Eintracht" von Rot-Schwarz beschlossenen "undogmatischen Weg", der die Studiengebühren in die rot-schwarze Zukunft führen soll. "All die Jungen, die keine Studiengebühren zahlen wollen, brauchen nicht, wenn sie bereit sind, ihrerseits einen Dienst an der Gesellschaft zu leisten", verkündete der künftige Regierungschef am Montag.
Konkret lautet das rot-schwarze Angebot an die weiterhin gebührenpflichtigen Studierenden (unverändert 363,36 Euro pro Semester): Leiste 60 Stunden Sozialarbeit zu einem fiktiven Stundenlohn von 6,06 Euro, und du bekommst im Gegenzug ein Gratisticket für ein Semester an der Uni deiner Wahl.
Als begünstigte Objekte dieses Sozialdiensts der angehenden Akademiker nannte Gusenbauer "sozial benachteiligte Schüler", denen "unter die Arme gegriffen" werden soll, oder Hospize, die vom "gesellschaftlichen Zusatznutzen" des "exzellenten Modells" profitieren könnten. Der SP-Chef verspricht sich dadurch "eine Stärkung des sozialen Zusammenhalts in der Gesellschaft".
Gebrochenes Wahlversprechen
Gusenbauer konnte damit aber nur notdürftig verbergen, dass aus seinem zentralen Wahlversprechen "Wir schaffen die Studiengebühren ab" nichts geworden ist. Stattdessen kam das, was im Vorfeld schon bekannt und als selbstverständliche Notwendigkeit feststand: Das Stipendiensystem soll ebenso ausgeweitet werden wie das noch von der letzten Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) initiierte, aber derzeit nicht einmal von 1000 Studierenden in Anspruch genommene Kreditsystem zur Finanzierung der Studiengebühren.
ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel, der die Abschaffung der von seiner schwarz-blauen Regierung eingeführten Studiengebühren erfolgreich zu verhindern wusste, sprach von einem "sehr innovativen Punkt, der nie strittig war zwischen uns". Das neue Gebührenmodell sei ein "absolut sinnvolles Modell der Wahlfreiheit, das die Bürgergesellschaft stärkt".
Fassungslos reagierten ÖH und SP-Jugendorganisationen auf den unipolitischen "GAU" (siehe unten), den "größten anzunehmenden Unfug", der nur eine "billige Möglichkeit für den Staat ist, Ersatzzivildiener zu holen". Jeder Promotion- oder Kellnerjob sei besser dotiert, sagte die ÖH Linz. In Wien demonstrierte die ÖH spontan mit "Ring kehren für Studiengebühren". Der VSStÖ droht mit Parteiaustritten: "Ein solches Umfallen der SPÖ hätten wir nicht in den schlimmsten Albträumen erwartet." (red, DER STANDARD, Printausgabe, 9.1.2007)
Und eine Bildungsdemokrate wo jeder seine Talente optimieren kann & seinen/Ihren Interessen nach gehen kann. Falls daß fehlt kann politische Demokratie gefährlich sein.
80% erkennen den zweiten § der Declaration of Independence nicht, 70% glauben daß es kommunistische Propaganda ist und 50% wollen den Autor ins Gefängniß stecken. 25% der Arbeiter kriegen $ 8.50 pro stunde. Unter der Armutsgrenze. 25% der Amerikaner sind einen Großteil des Jahres hungrig.
Eine pekuniär zufriedene (oder wenigstens nicht unzufriedene), persönlich bereit andere Meinungen zu hören, eine sattee gut ausgebildete Gesellschaft
macht Demokratie möglich. Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral (Brecht).
Dr. E. Loewy
ehloewy@ucdavis.edu
Vor Regan war die U of CA frei. Dann waren nicht große Spesen und die sind rapidest in die Höhe gegangen. Für ein BA etwa 15 tausend/semester, für ein MD etwa 25-30 oder mehr. Studenten die arm sind, Asylanten sind, u.s.w. ist es sehr, sehr schwer insbesonders da es ihnen unmöglich ist zu arbeiten. Es wird schwer sein diese "Demokratie" aufrecht zu halten. Wir verstehen unter Demokratie leider nur politische. Aber wie Dewey rivhtig sagt: um eine politische Demokratie zu haben braucht es mindest drei Stützen: 1) Perönliche D. in der wir bereit sind mit einander zu debattieren; 2) Ökonomische Demokratie wo es keine riesige Kluft zwischen Blutarm & Steinreich die immer größer wird gibt; 3) Bildungsdemokratie FORTSETZUNG
Unsere Studenten (wir sind eine staatliche Schule) haben gewöhnlich $ 150 tausend dollar Anleihen oder oft etwas mehr. Es ist für daß Individuum wie auch für die Gesellschaft wichtig gut ausgebildete Leute zu haben. In der USA haben wir zu wenig und importieren ziemlich viel "Hirn" wärend wir unser eigenes vernachlässigen. Ich bin sehr für "echange students" aber die Kosten sind nicht klein.
Wie ich an der UNI war, war es relativ billig und viele der Studenten waren Veteranen mit GI Bill of Rights. Und so hatten wir ein gutes Gemisch aus Herkunften wie wir es jetzt in CA haben. Ich fürchte eine Klassenaristokrate oder Geldaristokratie. Und die Kosten schnellen in die Höhe.
FORTSETZUNG
Da haben Sie recht, Herr Gala2. Allerdings stimmt daß sowohl für "underbgraduate students" (vor ihrem BA), wie für manche "graduate students" die dann etwas langsamer ferig werden. Es stimmt nicht für Mediziner die ein 12 Monate Jahr haben, ab dem 3. Jahr ungefähr 2x/Woche Nachtdienst, u.s.w. Oft unterbrechen sie auch zwischen dem BA und der medical school & machen etwas Anderes. Wir sind an unsrer Schule mehr in "interessanten" Studenten der oder die bereits "gelebt haben" als in Jemanden der nichts getan hat ausser ans Harvard zu gehen und lauter einser hat.Oft können Studenten für ihr "undergraduate school" auch Anleihen kriegen oder die Eltern haben dafür gespart. Leicht ist es nicht. FORTSETZUNG
wir an der FH Campus Wien haben uns schon überlegt, ob wir dem Gusi ein Konzept für eine Einschulung der sozialarbeitswilligen Studierenden vorlegen sollen. Wär doch ne Idee, die Regierung zahlt an uns, damit die Studierenden überhaupt befähigt sind den Sozialdienst zu leisten. Wir könnten dann ja die Studierenden dafür bezahlen, dass sie bei uns das Angebot annehmen. So kommt Studentin und Student auch zu Kohle.
Hab mich jetzt mal aus Interesse schlau gemacht wie das so funktionieren soll mit dieser "Sozialarbeit"! Zuerst auf der ÖH - keiner weiß was, wie, warum!
Bei den möglichen Arbeitsstellen hab ich von einem müden Lächeln bis hin zum Rauswurf alles erlebt - nur die Möglichkeit diesen "Sozialdienst" in dieser Form zu leisten hab ich bis jetzt nicht gefunden! Also werd ich dann mal auf gut Glück anfangen die Klos meiner Uni zu putzen in der Hoffnung dass mir der Herr Gusenbauer dann meine Studiengebühren zurückzahlt! Frohes Schaffen!
In fast allen österreichischen Tageszeitungen wurde die Leistung, mit der StudentInnen sich die Studiengebühren finanzieren könnten, fälschlicherweise „Sozialarbeit“ genannt. Sozialarbeit ist ein Beruf, der sich mit Menschen beschäftigt, die den Alltag selbst nicht mehr bewältigen können oder sozial benachteiligt werden. Die Werkzeuge und Fähigkeiten dafür lernen SozialarbeiterInnen in einem mehrjährigen Hochschulstudium. Was die neue Bundesregierung einführen will, sollte deshalb korrekt als gemeinnützige Leistung bezeichnet werden.
Michael Steinkellner,
Studierendenvertreter des Studienganges „Sozialarbeit“ an der FH Joanneum Graz
richtig: auch als "Public Service" schon seit über 10 Jahren an österreichischen Gymnasien bekannt; alles natürlich "freiwillig"; beispielsweise hier: http://www.bg-gallus.ac.at/hp/default.htm
(am oberen Bildschirmrand in der unteren Auswahl-Leiste an zweiter Stelle "Projekte", anschließend am linken Rand an neunter Stelle "PUBLIC SERVICE")
ich persönlich halte es für eine Farce, zunächst relativ tatenlos mitanzusehen, wie Studiengebühren eingeführt werden, und dann anschließend noch denen, die dank Gebühren noch mehr Zeit dem Broterwerb widmen müssen, das Angebot zu machen, sie müssten ihre Gebühren nicht mehr in Geldform bezahlen, wenn sie sich nur nützlich genug machten.
Wir haben versprochen die Studiengebühren abzuschaffen, also müss' ma da irgendwas machen. Ganz abschaffen geht net, da legt sich der Schüssel quer, aber vielleicht a unterbezahlter Ersatzdienst? Das wär was, das is sozial und die Studenten können sich solidarisch zeigen. Aber was mach' ma wenn die Studenten das sabotieren woll'n und sich alle anmelden? Hamma da überhaupt genug Arbeitspl...quieeeeeeeeeetsch
In Zukunft wird man sich die billigen Arbeitskräfte nicht mehr vom Osten holen sondern von der Uni! Ein kleiner Denkanstoss an meinen Parteivorstand der die Sozialdemokratie ermordet hat. 60 Stunden/Semester/Student Ergibt bei Hausnr. 3000 Studenten 180000 Stunden. Das sind 7500 Tage. 144 Wochen. Wirkt sich sicher postiv auf den Arbeitsmarkt aus.Ich werde nicht aus dieser Partei austreten und das rate ich auch allen anderen. Wenn ihr etwas verändern wollt und diese Mörder der Sozialdemokratie bestrafen wollt. Man hat der Sozialdemokratie den Kampf angesagt. Und somit auch uns RICHTIGEN Sozialdemokraten. Der Kanzler ohne Handschlagqualität wird die Rechnung bekommen. Und die wird nicht zinsenfrei sein. Schwarze 100 Tage für die Freundschaft!
Der Staat tut sehr viel für die Studenten, was auch gut ist.
Aber es gibt keinen plausiblen Grund warum ein Student zu 100% finanziert wird, während z.B. ein Tischlergeselle der Meister werden möchte sich alles selber zahlen muss. Außer das der Geselle schon mit 15 Jahren gearbeitet hat während dem Studenten zuvor die höhere Schule bezahlt wurde und er somit ein Gewohnheitsrecht geltend machen kann.
Zudem ist es gefährlich den künftigen Führungskräften des Landes das sozialistische "Die Vorratskammer ist immer gefüllt, wir müssen uns nur bedienen"-Märchen zu indoktrinieren. Diese falsche Weltsicht wird noch viel Schaden anrichten wenn sich Ö im globalem Wettbewerb behaupten muss. Insel des Seligen sind wird nicht mehr.
minderwertigen Ersatz (!) Sozialdienst verrichten können. Dieser Sozialdienst ist unter Strafandrohung nach dem ZDG (Haftstrafen bis 5 Jahre a la Militärstrafgesetz) drakonisch ausgestaltet. Andererseits scheint jetzt der Gesetzgeber sagen zu wollen: Sozialdienst wird anerkannt - aber eben nur für ö Staatsbürger weiblichen Geschlechtes. Denn sonst hätte bisher und müßte ab sofort jeder in Ö ZDL und jeder der ZD abgeleistet hat, sein Leben lang von den Studiengebühren befreit werden! Ich erinnere, dass Rettungsorganisationen 60 Stunden Dienste für ZDL pro Woche (!) vorsehen, von denen Hauptberufliche längst befreit worden waren.Die verfassungsrechtliche Frage der Anrechnung des durch Art9aAbs3 B-VG geschaffenen ZD bietet enormen Sprengstoff.
Die ÖVP ist ins Fettnäpfchen getreten, denn nun hat sie bewiesen, dass die Studiengebühren eine reine Schikane sind: Wenn man also "brav" ist (siehe neues Modell), muß man nicht zahlen .. Liebe Minister, seid froh, dass Euch das Volk nicht solche Bedingungen zum Regieren stellt! Denn worin liegt der moralische Unterschied?
Und wozu also die Gebühren? Um es einer gewissen Gruppe von Menschen schwerer zu machen?
Um die Verbesserung der Einrichtungen scheint es also tatsächlich nicht zu gehen, worin aber der einzige Sinn läge ..
weil ich keine Studentin bin, sondern seit meinem 16 Lebensjahr einen 40 Stunden pro Woche arbeite. Also diese Studiengebühren pro Semester, DAS lasse ich gelten als Soziales Problem. Aber das diese 60 Stunden Arbeit PRO Semster als Zumutung empfunden werden, empfinde ich als Zumutung. Ehrlich, innerhalb eines halben Jahres wird es doch wohl möglich sein insgesamt 60 Stunden aufzubringen!
Studiengebühren sind ein Problem, aber das selbe in Arbeitszeit gerechnet nicht? Wenn man bisher pro Semester (um das Geld aufzubringen) 40 Stunden arbeiten musste, war das für Sie ein soziales Problem. Wenn man in Zukunft zwischen 60 und 40 Stunden Arbeit wählen kann ist das für Sie eine Verbesserung?
Die Verpflichtung zu zahlen bleibt die selbe, bloss wurde ein Zwischenschritt rausgenommen, Änderung ist das keine.
Unter Umständen wird ein Student, der auf Kaffeefahrten alten Damen überteuerte Heizdecken andreht, bei entsprechend skrupellosem Vorgehen mehr verdienen.
Es gibt aber gewiss künftige Akademiker, die sich morgens noch in den Spiegel schauen möchten ohne sich schämen zu müssen. Sozial Engagierte werden 60 Stunden unterwertig, nämlich nur durch Studiengebührenerlass, abgegoltene Aufgabenhilfe für sozial gleichfalls schwache Kinder gegenüber den Handlangerdiensten für rein profitorientierte Unternehmungen wohl bevorzugen.
Zu überlegen wäre allerdings, inwieweit das Ableisten österreichischer Entwicklungshilfetätigkeit im Ausland gleichfalls mit dem Erlass der Studiengebühren belohnt werden könnte.
Nun, das Hauptproblem für mich is ja folgendes: Diejenigen, die es nicht schaffen, das Stipendium bzw. Beihilfe zu bekommen, und nebenher arbeiten müssen um sich die Studiengebühren und die Lebenserhaltungskosten leisten zu können, müssen mehr arbeiten. Es geht ja nicht nur um die finanzielle Seite, sondern auch um den Zeitaufwand - wenn sich diese "Lösung" wirklich durchsetzen sollte - inwieweit ist nämlich dann die Studienerfolgsleistung davon betroffen?
Am Ende hat man nämlich wieder Studierende, die über die angegebene Semesteranzahl hinaus studieren, oder nicht?
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