Lindners neuer Job bei Raiffeisen: Medienberaterin in Medicur-Holding

5. März 2007, 12:15
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Ehemalige ORF-Generalin zeichnet für laufende Beratung insbesondere im Bereich elektronischer Medien verantwortlich

Die ehemalige ORF-Chefin Monika Lindner hat einen neuen Job: Statt in den Ruhestand hat es Lindner erwartungsgemäß - wie bereits in einigen Medien berichtet - zu Christian Konrad in den Raiffeisen-Konzern gezogen. Dort berät sie seit 1. Jänner die Geschäftsführung der Medienbeteiligungstochter Medicur-Holding "in Zusammenhang mit den Entwicklungen im Medienbereich, insbesondere auf dem Gebiet der elektronischen Medien", teilte Raiffeisen am Montag in einer Aussendung mit.

Bei Bedarf auch Organfunktionen

Bei Bedarf werde sie auch Organfunktionen im Auftrag der Medicur-Holding übernehmen, hieß es. Lindner, die am 1. Jänner an der ORF-Spitze von Alexander Wrabetz abgelöst wurde, hatte sich bis zuletzt nicht über ihre beruflichen Zukunftspläne geäußert. Die Medicur steht im Eigentum der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien - sie fungiert als Hauptgesellschafterin - sowie der Raiffeisen Zentralbank (RZB) und UNIQA Versicherung. Geschäftsführer sind Erwin Hameseder, Christian Konrad sowie Ferdinand Maier.

Die Medicur hält in ihrem Portfolio wesentliche Beteiligungen an Medienunternehmen in den Bereichen Print ("Kurier"), Privat-TV (Sat.1 Österreich) sowie Außenwerbung (EPA). Im Jahr 2005 wurde der Medicur unter Monika Lindner als ORF-Generaldirektorin der Einstieg bei der ORF-Sendetechnik-Tochter, der Österreichischen Rundfunksender GmbH (ORS), ermöglicht. Dort hält sie 40 Prozent der Anteile. Lindner könnte nun künftig die Raiffeisen-Interessen in der ORS vertreten.

Wrabetz: Sehe das positiv, wird dem ORF nicht schaden

Der neue ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der Monika Lindner bei der ORF-Wahl im vergangenen August entthront hatte, begrüßt das neue berufliche Engagement seiner ehemaligen Chefin bei der Raiffeisen-Tochter Medicur. "Ich sehe das positiv, dem ORF wird es sicher nicht schaden", sagte er auf Anfrage der APA. Dass Lindner, die seit 1. Jänner als Medienberaterin tätig ist, künftig die Raiffeisen-Interessen in der ORF-Sendetechniktochter ORS vertreten könnte, heißt Wrabetz für gut.

ORF-Generaldirektor war über die Pläne informiert

"Wenn es der Wunsch der Medicur ist, Frau Dr. Lindner für die ORS zu entsenden, ist das sicher zum Vorteil für den ORF", weil sie das Unternehmen gut kenne. Die ehemalige ORF-Chefin habe ihren Nachfolger übrigens persönlich, noch vor der offiziellen Aussendung, über ihre Zukunftspläne informiert, betonte Wrabetz. Grundsätzlich halte er es "nicht für verwunderlich, dass ORF-Topmanager nach ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen für andere Medienunternehmen mit ihrer Fachexpertise zur Verfügung stehen". (APA)

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