Saftige Klonfleisch-Diskussion

13. Februar 2007, 12:23
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Heimische Experten bezweifeln die Marktfähigkeit des Fleischs geklonter Tiere - selbst in den USA

Wien - Bei Klonfleisch made in the USA werde nicht so heiß gegessen wie gekocht, meinen österreichische Agrarexperten. "Selbst wenn Fleisch von geklonten Tieren in den USA zum Verzehr zugelassen wird - wovon ich nicht ausgehe -, wird das Fleisch nicht in den Export gehen. Außerdem müssten diese Produkte zuerst für die EU zugelassen und genehmigt werden", sagt Andrä Rupprechter, der für Landwirtschaft und Ernährung zuständige Sektionschef im Lebensmittelministerium: "Eine langwierige Prozedur."

Die Diskussion um Klonfleisch war aufgeflammt, nachdem die US-Behörde FDA (Food and Drug Administration) letzte Woche erklärt hatte, dass Milch- und Fleischprodukte von geklonten Tieren für den menschlichen Verzehr unbedenklich seien, da es "keinen Unterschied zwischen einem gesunden Klon und konventionell gezüchteten Tieren" gebe. Die FDA-Studie wird als Schlusspunkt eines Verkauf-Moratoriums gewertet, das die FDA der Fleischindustrie 2001 auferlegt hatte.

Zweifel

Auch Oskar Wawschinek, Sprecher der österreichischen Lebensmittelbehörde Ages, bezweifelt die "Marktfähigkeit", und zwar auch in den USA: "Im Gegensatz zur Gentechnologie bei Lebensmitteln sehe ich da nicht einmal eine Wirtschaftlichkeit", sagt Wawschinek. "Das Fleisch ist ja nur ident mit anderem Fleisch - billiger wird die Produktion dadurch nicht." Die FDA-Studie allerdings hatte von billigeren Produkten gesprochen.

Laut Lebensministerium wird derzeit aus den USA vor allem Rindfleisch importiert, und zwar vor allem "hochwertige" T-Bone-Steaks für Restaurant- und Hotelbetriebe (siehe Tabelle). (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.1.2007)

  • Infografik: Rindfleischimporte aus den USA nach Österreich
    grafik: standard

    Infografik: Rindfleischimporte aus den USA nach Österreich

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