Menschenrechtsgruppen starten Kampagne zur Verurteilung Pinochets

30. März 2007, 07:28
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Volkstribunal soll einberufen werden

Santiago de Chile - Mehrere chilenische Menschenrechtsgruppen haben am Wochenende eine Kampagne gegen die Straflosigkeit des im Dezember gestorbenen früheren Militärmachthabers Augusto Pinochet gestartet. Patricia Silva, Vorsitzende der Vereinigung von Familienangehörigen politisch Hingerichteter (AFEP), sagte am Samstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz, da die Justiz Pinochet nicht bestraft habe, solle dies nun ein "Volkstribunal" nachholen.

Mit der Kampagne "Ich klage an, Chile klagt an!" werde an die Verbrechen des Diktators erinnert. Das Tribunal solle innerhalb von vier Monaten eingerichtet werden und dann sein Urteil fällen.

Pinochet hatte Chile nach einem Putsch gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende von 1973 bis 1990 diktatorisch geführt. Mehr als 3000 Menschen wurden unter seiner Herrschaft getötet, etwa 30.000 gefoltert, Hunderttausende ins Exil getrieben. Gegen Pinochet waren Anklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wegen Steuerhinterziehung und wegen illegaler Konten im Ausland anhängig. (APA)

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