Millionen Menschen sterben an Infektionen

13. Juli 2000, 12:21

Vor allem Bevölkerung in Entwicklungsländern akut bedroht

Wien - Rund 13,3 Millionen Menschen - etwa 25 Prozent aller Todesfälle weltweit - fielen 1998 nach WHO-Angaben Infektionskrankheiten zum Opfer. Mit dem Bevölkerungskiller Nummer zwei - nur an Herz-Kreislauferkrankungen sterben noch mehr Menschen - setzen sich ab kommendem Sonntag im Rahmen der International Conference on Emerging Infectious Diseases (ICEID 2000, vom 16. bis 19. Juli) in Atlanta, USA, MedizinexpertInnen aus aller Welt auseinander.

Während Industrienationen mit rigorosem Medikamenteneinsatz und entsprechenden Hygiene- und Präventionsmaßnahmen im Kampf gegen die Infektionskrankheiten punkten, stellen Krankheitserreger besonders für die Bevölkerung in den Entwicklungsländern eine akute Bedrohung dar: In Afrika und Südostasien waren 1998 laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 45 Prozent der Todesfälle infektionsbedingt, weltweit gingen außerdem 63 Prozent der Sterbefälle bei Kindern bis vier Jahren auf das Konto von Infekten.

Als größte Killer erwiesen sich 1998 Atemwegsinfektionen wie Lungenentzündung und Grippe, die zusammen 3,5 Millionen Todesopfer forderten. An Aids starben im selben Jahr rund 2,3 Millionen Menschen. Auch Durchfall, Tuberkulose, Malaria und Masern führen jährlich zu Millionen von Todesfällen.

Medizinische Errungenschaften wie Antibiotika könnten aber durch sorglosen Gebrauch auch zum Bumerang werden: Die unzureichende Anwendung bzw. der "Missbrauch" von bahnbrechenden Erkenntnisse bei der medikamentösen Therapie habe sich vor allem auf die Menschen in den Entwicklungsländern katastrophal ausgewirkt, warnt die WHO in ihrem jährlichen Bericht über Infektionskrankheiten. Mehr als elf Millionen Menschen sterben nach Angaben der Organisation pro Jahr an Krankheiten, deren Ausbruch verhindert oder die geheilt werden könnten. (APA)

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