Italien kündigt strenge Verfolgung von Freiern Minderjähriger an

15. März 2007, 16:38
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Kunden von unmündigen Straßenprostituierten sollen künftig wegen Vergewaltigung belangt werden

Rom - In Italien wächst die Sorge wegen der zunehmenden Zahl minderjähriger Ausländerinnen, die als Prostituierte tätig sind. Um das Problem zu bekämpfen, will Innenminister Amato streng vorgehen: Kunden von minderjährigen Straßenprostituierten sollen künftig der Vergewaltigung beschuldigt werden.

"Sex mit Minderjährigen ist ein schweres Verbrechen"

"Nicht nur die Menschenhändler, sondern auch die Kunden der minderjährigen Prostituierten müssen strengstens verfolgt werden", meinte Amato laut Medienberichten vom Freitag. Auch der römische Polizeichef Serra hatte kürzlich vor dem Problem des Kinderstrichs gewarnt. "In Rom sieht man Minderjährige, die sich mit Puppen in der Hand prostituieren. Das kann man nicht mehr ertragen. Sex mit Minderjährigen ist ein schweres Verbrechen", so Serra.

Straßenstrich im Wachsen

Die Mädchen stammen mehrheitlich aus Rumänien und Albanien. Die Polizei ertappte in den vergangenen Monaten sogar Siebenjährige auf dem Strich. Eine minderjährige Prostituierte kann bis zu 20.000 Euro im Monat verdienen.

Bordelle wurden 1958 in Italien verboten. Heute ist die Mehrheit der ItalienerInnen dafür, die Freudenhäuser wieder zu öffnen. Neun Millionen Italiener gehen laut Studien regelmäßig oder fallweise zu Prostituierten. Auch Buben werden immer häufiger zur homosexuellen Prostitution ausgenutzt.

Der Straßenstrich wird vor allem von kriminellen Organisationen kontrolliert. In Italien gibt es nach Schätzungen des Innenministeriums zirka 70.000 Prostituierte, die einen Jahresumsatz von 26 Milliarden Euro erwirtschaften. 80 Prozent der Kunden fordern Geschlechtsverkehr ohne Kondome. Zwölf Prozent der Prostituierten sind HIV-positiv. (APA)

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