Neue Kampagne: "Deutsch lernen hab ich nicht nötig"

von Redaktion  |  21. Februar 2007, 14:15

Projekt von M-Media soll Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit schwarzer Hautfarbe unterstützen - Mit Ansichtssache

In Österreich lebende Menschen mit schwarzer Hautfarbe sind nach wie vor mit erheblichen Problemen konfrontiert, die in erster Linie durch Vorurteile entstehen. M-Media sowie Kreative aus der Werbebranche haben nun eine Kommunikationskampagne lanciert, die einen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen leistet soll.

In fünf Anzeigen- und drei Plakat-Sujets werden authentische Schwarze Menschen, die in Österreich leben und als Radio-Moderatorin, Musiker, Filmemacher, Tagesmutter und Studentin tätig sind, porträtiert und in Kontrast zu bestehenden Vorurteilen gesetzt. Die Headline bedient jeweils ein gängiges Klischee, erlangt jedoch durch den Beruf der abgebildeten Person eine andere, nämlich positive Bedeutung. Die Sujets werden österreichweit publiziert, eine Hörfunk-, TV- und Kampagne ist in Planung. (red)

Credits

Projektleitung: Simon Inou (M-Media) und Béatrice Achaleke (AFRA, blackwomencenter.org) | Fotografie: Philipp Horak | Art Direction: Alexandra Mitzner, Petra Schneemann | Text + Konzeption: Tino Schulter | Internet-Programmierung: Harald Mayer | Mediakoordination: 2010 - Studio für Kommunikation | Lithografie/Bildbearbeitung: Cola Irene Jennewein - Atelier Freiraum/Litho

druckenweitersagen:
posten
»Posting 1 bis 25 von 53
1 2
Deanna Troy  
16.01.2007 14:03
völlig falsche Aussage in dem Slogan

"authentische Schwarze Menschen, die in Österreich leben und als Radio-Moderatorin, Musiker, Filmemacher, Tagesmutter und Studentin tätig sind"

und die können alle nicht deutsch? das kann und will ich nicht glauben.

darf ich jetzt alle Kanadier als Rassisten hinstellen, weil ich bei Einwanderung einen Englischtest absolvieren muss, zu meinem eigenen Besten, damit ich in dem Land auch zurechtkomme?

kann bitte mal jemand seine grauen Zellen anstrengen statt mit positiv- oder negativpolemiken rumzuwerfen? meist sind Aspekte aus beiden un/-populären Richtungen relevant, das nennt man dann "Realität".

habe lieber einen überprüften Afrikanischen Hausarzt als einen unüberprüften, das sollte aber nicht als Abwehrmittel missbraucht werden.

Passi Flora
10.01.2007 22:00
Diese Posterdiskussion zeigt Wichtigkeit solcher Kampagnen...

...wer nicht glaubt dass in österreich antirassismus-kampagnen nötig sind, muss nur hier die postings lesen. ich dachte immer der gemeine standard poster ist ein multikultifanatischer gutmensch-intellektueller. dass eine derartig rassistische diskussion hier in den postings ausbricht hätte ich nicht für möglich gehalten. aber scheinbar war ich zu naiv.

Werner Eisenbock
10.01.2007 13:21
Hallo Belinda.

Hab dich ja seit 10 Jahren nicht mehr gesehen. Und jetzt auf diesem Wege. Witzig, diese Werbewelt.
lg

emma goldman
11.01.2007 22:42

hallo.

wer bist du?

die linda kenn ich nämlich auch.

Zenith1
07.01.2007 20:22
Vorurteile 2

Nach mehreren Anläufen waren dann die Prüfer so entnervt, daß sie die Afrikaner unabhängig von Wissensstand durchliessen. Noch später Ausbildung in einem katholischen Krankenhaus. Ein Afrikaner, der in der DDR die Ausbildung zum experimentellen Chirurgen abgeschlossen hatte, sollte auf Wunsch des Bischofs praktische Erfahrung sammeln. Nach vielen frustranen Versuchen wurde ihm ein Oberarzt beigeordnet, der ihm die Hand führte und Schlimmes verhütete. So, und zusammen mit dem was ich in der Zwischenzeit über Afrika gelesen, gesehen, gehört habe, muß ich sagen: ich habe Vorurteile.

AlterEgo 
08.01.2007 13:42
Der Afrikaner an sich ...

... ist ein bisserl unkonkret, oder?
Nachdem Sie sich so gut auskennen, erklären Sie uns doch bitte, welche der Dutzenden Ethnien in Afrika Sie eigentlich meinen? Als Hilfestellung: http://de.wikipedia.org/wiki/List... %C3%B6lker

emma goldman
11.01.2007 22:43

is halt n armes würschtl

laszlo panaflex
07.01.2007 20:42
ad letzter satz:

wer hätte das gedacht?

Zenith1
07.01.2007 19:55
Vorurteile 1

Ich bin in der katholischen Jugend der frühen Sechzigerjahre sozialisiert worden. Damals war für uns die Solidarität mit den jungen afrikanischen Staaten selbstverständlich. Mit unseren Beiträgen und Spenden wurden sogar junge Burschen aus Ghana und Nigeria zur handwerklichen Ausbildung nach Österreich geholt. Einer lernte Tischler, konnte aber die Ausbildung wegen Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit und fehlendem Interesse nicht abschliessen. Sein Ausbildner, der Tischlermeister, war natürlich unser Feindbild, ein Rassist. Später auf der Uni in Wien bei den Prüfungen: Die Kollegen aus Afrika brachten meist keinen vollständigen deutschen Satz zuwege, warfen aber den Prüfern Rassimus vor, wenn sie durchfielen.

HAL 9000
07.01.2007 11:01
Leider ...

... haben wir ja alle in der Schule gelernt,. daß "Vorurteile" etwas Schlechtes sind.

Sind sie aber nicht, ganz im Gegenteil, sie sind lebensnotwendig. Allerdings sind manche falsch, andere richtig.

Quintus Beckloeffel
07.01.2007 18:17
That's evolution:

Wer die richtigen Vorurteile hat, überlebt, wer die falschen hat (z.B. das, dass alle Vorurteile falsch sind), stirbt. Da hilft dann auch kein Goodmensh-Intelligent-Design.

Deanna Troy  
16.01.2007 14:13
betrachten wir das in der Verhaltenstheorie

dann sind die Anderen anders und deshalb kann ein Individuum seine antrainierten Instinkte bezüglich Gut oder Böse weniger anwenden als bei Personen des eigenen Kulturkreises, was jedoch auch dort nicht immer gelingt. Es geht darum, zu beurteilen, tut mir die Person gut oder nicht, also überlebenswichtig.

Eine Gesellschaft/Kultur ist fähig, das andere zu erfahren, integrieren und dem Erfahrungsschatz einzuverleiben. Eine gewisse Grenze der Aufnahmefähigkeit bleibt aber bestehen, denn je mehr Kulturen in einem Land leben, desto komplizierter/umfangreicher die Anpasungsprozesse.

Einige Eigenheiten, Ansichten und Werte von anderen Kulturen bin ich persönlich nicht bereit, anzuerkennen, und zwar dort wo sie gegen Menschenrechte verstossen.

FloW ERlebnis
09.01.2007 07:30
"In der Weltgeschichte hatte also noch nie jemand die richtigen Vorurteile - weil, gstorbn sind letztendlich alle noch."


Es scheint die Logik der Fremdenfeindlichkeit und des Rassismus reicht nur bis zum nächsten Vorurteil!

janwillem 
08.01.2007 13:15

In der Weltgeschichte hatte also noch nie jemand die richtigen Vorurteile - weil, gstorbn sind letztendlich alle noch.

anders and 
07.01.2007 14:55
es gibt halt zwei Arten von Vorurteilen:

Die einen sind vorläufige Annahmen, die nach gegenteiligen Erfahrungen revidiert werden. Diese Art ist nützlich und sollte beibehalten werden.

Die andere Art von Vorurteilen lässt sich auch durch Erlebnisse nicht veränderen und blockiert ein objektives Erleben.
Wen Sie mit einem Salzburger eine Stunde angeregt und freundschaftlich geplaudert haben und der dann plötzlich nichts mit Ihnen zu tun haben will, weil er erfahren hat, dass Sie Wiener sind - dann wissen Sie wie "lebensnotwendig" diese Form von Vorurteilen ist.
Man kann diese Vorurteile sogar als "tötennotwendig" bezeichnen. Ohne in anderen Menschen unbedingt den Untermenschen zu sehen werden im Krieg nur wenige Menschen zu Mördern.

Patrick Seher  
07.01.2007 01:40
schade

das solche Aktionen überhaupt notwendig sind ....

grazing snake
06.01.2007 20:22
Die Werbung ist ein Eigentor,

wer´s eilig kriegt die Ironie nicht mit, sondert nimmt das großgedruckte Vorteil mit und übersieht dessen kleingedruckte Verarschung. Zwischen knalligen BIPA und Hofer-Plakaten gehen diese halb so breiten, zurückhaltend gestylten, subtil-intellektuellen Plakate unter bzw. ins Gegenteil.

Die FPÖ-Plakate waren selbst am Dreieckständer eindeutig. So knallig muß man zurückschießen, oder man erreicht wieder nur die subtil-intellektuellen Leute, die so eine Aufklärung sowieso nicht nötig haben.

Gibt´s denn keinen Menschen mehr, der beides ist:
Progressiv UND Populist? Nur in Venezuela?

oh_henry
13.01.2007 20:55
the medium is the message.

wuerde der standard mit den selben sujets werbung machen wie hojac, dann wuerd ich ihn sicher nicht mehr lesen.

Litschi Monster
06.01.2007 23:35

Chavez hat einen autoritären Führungsstil an der Grenze zur Diktatur. Ich würde das _nicht_ progressiv nennen.

Oder ist mit progressiv sozialistisch und mit populär autoritär gemein? Interessante Euphemismen.

grazing snake
07.01.2007 10:52
Populistisch, nicht populär

Populistisch ist ein Grenzfall der Demokratie - siehe, allen voran, Peron in Argentinien. Progressiv kann sozialistisch sein, muß es aber nicht sein. Das Chavez in noch nie da gewesenen Ausmaß vom Erdölgeld was für die Armen tut, ist progressiv und populistisch. Wie die Zulassung von Ausländern in Wiener Gemeindebauten seit einiger Zeit. Das war nicht nur Mitfühlen mit denen, die in überfüllten, alten Gürtelbauten leben, das war aber auch nicht nur Wählerrekrutierung von neuer, dankbarer Klientel.

Litschi Monster
07.01.2007 12:52

Ja, populistisch hatte ich gemeint.

Die Gemeindebauöffnung für nicht-Österreicher wurde von der EU erzwungen und ist, glaube ich, äußerst unpopulär. Also keine freiwillige oder populistische Aktion.

FloW ERlebnis
06.01.2007 19:49
Ein Klassiker


Wenn Vorurteilsbehafteten ihr VORurteil vor Augen geführt wird, kehrt sich deren dumm-dreiste Engstirnigkeit mittels Generalverdacht und beschimpfungen nach aussen.

karl hosnedl
06.01.2007 18:19
ich seh nur viele schwarze in der nacht spazieren gehen

was arbeiten die?

froilein froilein
12.01.2007 22:23
vermutlich

dasselbe wie Sie.
Denn offenbar spazieren Sie ja auch in der Nacht.

parisien
14.01.2007 03:26
brilliant, froilein!!!

posten
»Posting 1 bis 25 von 53

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.