Kienberg: Im Schatten der Hohen Wand

    5. Jänner 2007, 17:00
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    Auch andere Gipfel der Fischauer Berge lohnen eine Wanderung

    Die Fischauer Berge - die südliche Begrenzung des Einbruchbeckens der Neuen Welt - stehen im Schatten der wuchtigen Hohen Wand. Während der Größenberg und die Ruine Emmaberg von Bergwanderern noch verhältnismäßig oft aufgesucht werden, sind einige andere Hügel im Gegensatz dazu aber sehr einsam. Einer dieser Gipfel, die von den Wanderern - zu Unrecht - kaum zur Kenntnis genommen werden, ist der 650 Meter hohe Kienberg.

    Zugegeben: Vom Tal aus gesehen scheint diese Erhebung nicht besonders einladend, denn der Wald reicht bis zum höchsten Punkt, und die wenigen Felsen halten einem Vergleich mit den Steilabstürzen der benachbarten Hohen Wand nicht stand.

    Tiefe Einblicke in die Hohe Wand

    Aber der erste Eindruck täuscht: Vom Gipfel des kleinen Berges hat man eine herrliche Aussicht in das Wiener Becken, zur Rosalia und zum Schneeberg. Eine kleine Kanzel unterhalb des höchsten Punktes gewährt außerdem den schönsten Überblick über die Hohe Wand: Wie ein riesiges Panorama präsentieren sich die Felsen, vom Herrgottschnitzerhaus bis zur Eicherthütte, und mit einem guten Fernglas lassen sich die Kletterer in den verschiedenen Steigen beobachten. Selbst der berühmte Wildenauer-Steig - die schwierigste versicherte Route des Gebiets -, der sonst den Blicken entzogen ist, kann von hier aus eingesehen werden.

    Eine Besteigung des Kienbergs ist eine wenig anstrengende, aber abwechslungsreiche Wanderung. Abgesehen davon, dass man auch unterwegs immer wieder einen schönen Blick auf die Hohe Wand hat, führt der Abstieg durch eine idyllische und romantische Felsszenerie, ohne dass die Route aber gefährlich wäre.

    Mit der Markierung kann es zwar Probleme geben, doch ist der Weg kaum zu verfehlen. Eine Überschreitung bietet sich an, denn auf der Bahnlinie Wiener Neustadt-Puchberg gibt es gute Verbindungen.

    Die Tour ist ziemlich kurz, lässt sich aber leicht verlängern, wenn man zum Beispiel die Possetschlucht in die Wanderung mit einbezieht oder von Winzendorf nach Brunn an der Schneebergbahn oder nach Bad Fischau weiter wandert.

    Die Route: Von der Bahnhaltestelle Unterhöflein geht es zur Bundesstraße. Auf der Höhe des Kirchbichls beginnt eine rote Markierung, der man folgt. Nach einem Bildstock hält man sich rechts; im nächsten Sattel beginnt der Aufstieg zum Kienberg auf dem Irmasteig. Gehzeit eine Stunde.

    Der Abstieg erfolgt auf der roten Markierung über einen Rücken nach Nettingsdorf. Nach der Querung der Straße geht es in den Sattel zwischen Mitterberg und Drachenstein - wo sich die Reste einer alten, fast total verfallenen Burg befinden. Nach einem kurzen Abstieg erreicht man Winzendorf und wandert nach links zum Bahnhof. Gehzeit ab Kienberg: 1¼ Stunden. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/5./6./7.1.2007)

    Gesamtgehzeit: rund 2¼ Stunden; Höhendifferenz: rund 300 m. Kein Stützpunkt auf der Strecke; Gasthäuser in Winzendorf. Bundesamtskarte, 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 75 (Puchberg am Schneeberg) und 76 (Wiener Neustadt); Freytag & Berndt WK 012 (Hohe Wand, Piestingtal, Gutenstein)
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      foto: tiscover niederösterreich
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      grafik: der standard
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