Homebase-Pleite auch ein Förderflop

20. März 2007, 12:52
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Mit der Pleite der Kärntner Internetfirma sind staatliche Zuschüsse weg

Klagenfurt/Wien – Das neue Jahr wird in Kärnten von einem brisanten Wirtschafts-Flop eingeläutet. Dietmar Schwarzenbachers Internet-Firma Homebase.cc ist pleite und reißt nun auch Commaro, eine Tochter von Schwarzenbachers Softwareunternehmen Uniquare in den Abgrund. "Commaro wird liquidiert", bestätigte Schwarzenbacher dem Standard. Hauptauftraggeber von Commaro war Homebase.

Mit der Pleite verliert der Klagenfurter Lakeside Software Park seinen Kärntner Leitbetrieb. Die 18 Commaro-Mitarbeiter sollen in der Uniquare weiterbeschäftigt werden. Der Mietvertrag mit Lakeside Park wird gekündigt. Der Homebase-Pleite waren Befürchtungen über ein "digitales Sankt Magdalen" vorangegangen, Kärntens Milliarden-Förderflop im Zellstoffwerk.

Für das Homebase-Projekt war ein großzügiges Förderpaket – 700.000 Euro KWF plus 1,2 Mio. Darlehen der Austria Wirtschaftsservice (AWS) mit 80 Prozent Ausfallshaftung – geschnürt worden. Weil weder Schwarzenbachers Commaro mit 45 Prozent, noch die übrigen Homebase-Gesellschafter (laut Firmencompass: 30 Prozent Kärntner Betriebsansiedlungsgesellschaft – sie hat 100.000 Euro eingebracht – 5,97 Prozent Arbeiterkammer, 8,96 Prozent Landwirtschaftskammer, 10,45 Prozent Uni Klagenfurt) sowie die Banken bereit waren, die restlichen 20 Prozent Ausfallshaftung zu übernehmen, platzte das Projekt aber. Entsprechend ihren Richtlinien hätte die AWS als Förderbank des Bundes den Kredit nicht allein zu hundert Prozent garantieren dürfen.

Von Anfang an gab es Befürchtungen, Schwarzenbacher könnte seine Position als Schlüsselfigur der Kärntner Wirtschafts- und Förderpolitik (seinerzeit von Landeshauptmann Jörg Haider in die Funktion gehievt) nutzen, um mit dem Homebase-Projekt seine Firmen am Leben zu erhalten.

Er war unter andrem Aufsichtsratschef der Kärntner Landesholding, die die Hypo-Wandelanleihe beschloss, und des von den lukrierten Hypo-Millionen gespeisten Zukunftsfonds. Der beschloss die Homebase-Förderung durch den KWF; ebenso in seltener Einstimmigkeit die Landesregierung. Dass Geld von Homebase-Gesellschaftern auch in die Commaro geflossen sei, bestreitet Schwarzenbacher gar nicht. Commaro habe Homebase entwickelt und dabei enorme Vorlaufkosten gehabt; das meiste könne er abschreiben. Der Grüne Rolf Holub verlangt nun einen Untersuchungsausschuss. (Elisabeth Steiner, Monika Bachhofer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5./6./7.1.2007)

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