Auch Royal verspricht groß angelegtes Wohnungsprogramm

4. Jänner 2007, 19:06
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Bau von 120.000 Sozialwohnungen und Notunterkünften

Paris - Nach der französischen Regierung hat auch die sozialistische Präsidentschaftskandidatin Segolene Royal ein groß angelegtes Wohnungsprogramm angekündigt. Angesichts der hohen Zahl von Obdachlosen müssten "Notlösungen" gefunden werden, sagte Royal in ihrer Neujahrs-Ansprache am Donnerstag. Jede Stadt müsse "eine Notunterkunft pro tausend Einwohner" zur Verfügung stellen. Zudem kündigte sie im Falle ihrer Wahl den Bau von 120.000 Sozialwohnungen an. Darüber hinaus soll es Strafsteuern für Hausbesitzer geben, die ihre Immobilien mehr als zwei Jahre leerstehen lassen, und die Möglichkeit für Kommunen, Wohnraum zu beschlagnahmen.

Die Regierung hatte auf Verlangen von Präsident Jacques Chirac am Mittwoch angekündigt, zwischen Ende 2008 und 2012 schrittweise ein einklagbares Recht auf Wohnung einzuführen. Obdachlose und Bürger ohne feste Unterkunft können dann die Behörden verklagen, wenn diese ihnen keine Wohnung anbieten. Um die Garantie zu erfüllen, müssen entsprechend Wohnungen gebaut werden.

In Frankreich verfügen nach Angaben des Hilfswerks Emmaus vor dem Hintergrund stark gestiegener Mieten eine Million Menschen über keine Wohnung. 100.000 Menschen leben demnach auf der Straße, die übrigen in Wohnwagen, Zelten oder Obdachlosenheimen. Laut den Sozialisten gibt es 1,4 Millionen Menschen, die auf eine Sozialwohnung warten. Das Thema Obdachlosigkeit hatte in den vergangenen Wochen ein großes Echo in den französischen Medien gefunden. Anlass war die Aktion einer Hilfsorganisation, Zeltlager für Obdachlose in Städten einzurichten, in denen auch Schauspieler und andere Prominente als Zeichen der Solidarität übernachteten. (APA)

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