Verzögerung bei Kampusch-Foundation

4. Jänner 2007, 19:28
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Wegen Termindruck und gesundheitlichen Problemen wird sich Gründung der Stiftung noch verzögern

Wien – Kontrolle ist eines der Schlüsselwörter im Fall Kampusch. Auch in der ORF-Sendung "Thema Spezial", die Mittwochabend ausgestrahlt wurde. Einerseits die absolute Kontrolle, die Wolfgang Priklopil, der mutmaßliche Entführer, über sein Opfer ausüben wollte, um einmal jemand zu haben, der ihn braucht, wie Gerichtspsychiater Reinhard Haller mutmaßt. Und andererseits die Bemühungen des kleinen Mädchens, wenigstens in Teilbereichen die Kontrolle nicht zu verlieren und lieber tagelang nicht zu schlafen, als vom Peiniger überrascht zu werden, wie die 18-Jährige schildert.

Dazu kommt in der Gegenwart die Kontrolle über den psychischen Spagat zwischen dem Erlebten in der achtjährigen Gefangenschaft und der Rückkehr in ein "normales" Leben – ins frühere Kinderzimmer, zu den Verwandten, in die Öffentlichkeit.

Der Termindruck und gesundheitliche Probleme tragen laut Kampuschs Medienberater Stefan Bachleitner auch Schuld daran, dass die "Natascha Kampusch Foundation" noch immer nicht gegründet worden ist. Die juristischen Grundlagen der Stiftung, deren Gründung der Teenager im ersten TV-Interview angekündigt hatte, seien zwar fertig. Noch müssten aber geeignete Projekte und Stiftungsorgane ausgewählt werden. Neben einem Schwerpunkt auf der Hilfe für vermisste Frauen und Mädchen in Mittelamerika wird nun auch über Projekte mit österreichischem Aspekt nachgedacht. (moe, DER STANDARD Printausgabe, 04.01.2007)

  • Christoph Feurstein begleitete Natascha Kampusch auf ihrer Reise ins neue Leben auch in ihr Ex-Kinderzimmer
    foto: orf

    Christoph Feurstein begleitete Natascha Kampusch auf ihrer Reise ins neue Leben auch in ihr Ex-Kinderzimmer

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