1000 Zivilisten im vergangenen Jahr getötet

Redaktion, 22. März 2007 17:15

Sprecher: NATO-geführte Schutztruppe "bemüht, in diesem Jahr die Zahl der zivilen Opfer zu reduzieren"

Kabul - Die von der NATO geführte internationale Schutztruppe ISAF in Afghanistan hat ihr Bedauern über die Tötung afghanischer Zivilisten im vergangenen Jahr zum Ausdruck gebracht. Die Schutztruppe sei bemüht, in diesem Jahr die Zahl der zivilen Opfer zu reduzieren, sagte ISAF-Sprecher Richard Nugee am Mittwoch in der Hauptstadt Kabul. In Afghanistan wurden im vergangenen Jahr etwa 1000 Zivilisten getötet, die höchste Zahl seit der Vertreibung der radikal-islamistischen Taliban 2001.

Viele der Opfer kamen bei bewaffneten Auseinandersetzungen der Schutztruppe mit Rebellen ums Leben, andere starben bei Razzien auf ihre Häuser. In anderen Fällen wurden Afghanen von ISAF-Soldaten erschossen, die sie irrtümlich für Selbstmordattentäter hielten.

Kämpfe in Helmand

In der Provinz Helmand im Süden Afghanistans wurden unterdessen zehn mutmaßliche Taliban-Rebellen, darunter ihr örtlicher Kommandant, bei Kämpfen mit ISAF-Soldaten getötet. Dies gab das Innenministerium am Mittwoch bekannt. Mullah Maroof starb am Montag bei einem Angriff von afghanischen Soldaten und der ISAF im Gramsir-Distrikt.

Afghanistans Präsident Hamid Karzai will am Donnerstag in Kabul mit dem pakistanischen Regierungschef Shaukat Aziz gemeinsame Maßnahmen gegen den Terrorismus besprechen. Aziz reist mit drei Kabinettsmitgliedern zu den Gesprächen ins Nachbarland, wie das pakistanische Innenministerium in Islamabad bekannt gab. (APA/dpa)

Kommentar posten
12 Postings
frederic heine
18.02.2007 15:29
Grausiges Bild , diese tollen buben der airforce....

Bei einem NATO-Luftangriff auf dieses Dorf in der südafghanischen Provinz Panjwayi kamen Mitte Oktober über 60 Zivilisten ums Leben.

Das nennt man Frieden pflanzen , liebe erwecken,
Menschlichkeit verbreitung..........
"Diese Unmenschen müssen vernichtet werden".
Könnte eine Quote von unserem lieben Bush sein.

boeser_wolf
12.02.2007 21:38
uups :)

--Sprecher: NATO-geführte Schutztruppe "bemüht, in diesem Jahr die Zahl der zivilen Opfer zu reduzieren"

...das ist gar nicht zynisch gemeint- im uebrigen sinds halt im notfall -taliban-
afghanistan wird zum ausbildungslager der nato- terror-truppen--
im irak -das imperium-
in afghanistan- das imperium-
...der iran soll aber sich gefaelligst nicht einmischen weil sonst wird dort auch aufgemscht-
-- ;)))

countone
07.02.2007 11:56
Super Schutztruppe!

Lustig, wie uns die Spin-Doktoren immer wieder voll verars..en. Eine "Schutztruppe", die in nur einem Jahr eintausend ihrer Schützlinge killt, könnte direkt aus einem Buch von George Orwell stammen.

So ein Topfen
 
12.02.2007 14:03
die 1000 sind nicht unbedingt alle von der schutztruppe

gekillt worden. die, die bei auseinandersetzungen zwischen den taliban und den nato-soldaten umgekommen sind, können von beiden seiten getötet worden sein.

macht es nicht besser. aber lesen sollte man das schon genau.

zimbo
 
04.01.2007 09:55
Werden 5x soviele sein.

Das sind die 1000, die nicht abzustreiten sind.

cybermen
 
03.01.2007 18:22
die höchste Zahl seit der Vertreibung der radikal-islamistischen Taliban 2001.

interessant, seit 2001 keine Taliban mehr, das Kriegsziel erreicht, damit uns nicht fad wird knallen wir halt 1000 Zivilisten über den Haufen, zum Üben.

aber nächstes Jahr werdens nur mehr 990 sein, das letale Risiko für Hochzeitsgesellschaften sinkt dramatisch.

Stifter
03.01.2007 15:42

Das ist ja sehr freundlich, dass eine "Schutztruppe" die Zahl der zivilen Opfer REDUZIEREN will!!

Heiner Hanenkamp
06.03.2007 20:42

Ja, das macht richtig Sinn und ist auch irgendwie logisch, nich? Weil: Wenn die Zivilen im vorab schon mal ein wenig reduziert worden sind, gibt's hinterher natürlich weniger zivile Opfer nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung und bei konstant gehaltener Beschussdichte. Oder so ähnlich. Man
muss das einfach mal ganz unemotional und unaufgeregt sagen dürfen, nicht wahr. Und selbst der letzte Sandnigger wird uns noch begreifen lernen, dass westliche Verwertungslogik und göttliche Moral exakt identisch sind.

DieBo
03.01.2007 18:30

Sie haben recht, dass klingt wie "reduzierte Hühnerbrühe" oder andere Banalitäten.

boeser_wolf
03.01.2007 15:42

sag ma halt es warn mutmassliche taliban -wegn a paar afghanen - die solln sich amal schuhe kaufen-jo--

zimbo
 
04.01.2007 09:57
Die kaufen sich dann Schuhe, wenn es Ihnen wirtschaftlich besser geht.

Timagoras
 
03.01.2007 15:49

nicht lustig!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.