"Vertikale Stadt" im "Big Apple"

21. Februar 2007, 14:02
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Coop Himmelb(l)au zeigen ihre Pläne für die neue EZB-Zentrale in einer Ausstellung im Austrian Cultural Forum in New York

New York - Eine Architekturausstellung, die mit ihrem fein abgestimmten Design gleichzeitig die Architektur der Ausstellungsfläche hervorhebt - diesen Wunsch hat sich Christoph Thun-Hohenstein, Direktor des Österreichischen Kulturforums in New York, erfüllt. Verwirklicht wurde dies in der aktuellen Schau "Coop Himmelb(l)au: Vertical City - The new Premises of the European Central Bank", die noch bis zum 10. Februar in New York zu sehen ist.

Dieser Wunsch ist mit Hilfe von Markus Pillhofer in Erfüllung gegangen, der die eigenwillige Raumaufteilung des von Raimund Abraham geplanten Gebäudes im Herzen Manhattans mit den zahlreichen Perspektiven des Frankfurter Großprojekts verknüpft. "Durch das viele Glas, das beim Bau verwendet wurde, entsteht eine gewisse Weite in den doch schmal geschnittenen Räumen", erklärte Thun-Hohenstein der APA bei einer Führung durch das 23 Stockwerke hohe, aber nur 7,5 Meter breite Gebäude, das vor vier Jahren eröffnet hat.

Realisierung bis 2011

Schon durch die mit blauen Lettern bedruckte Eingangstür in der 52nd Street sieht der Besucher bis an die Rückwand des Kulturforums, das sich derzeit auf mehreren Ebenen mit den Entwürfen der neuen Europäischen Zentralbank in Frankfurt (EZB) auseinander setzt. Das Großprojekt der österreichischen Architektengruppe Coop Himmelb(l)au soll zwar erst im Jahr 2011 realisiert werden. "Aber hier kann man gut sehen, wie viel Vorlaufzeit solche Projekte benötigen", so Thun-Hohenstein, der sichtlich stolz ist, mit dieser Ausstellung für Österreich werben zu können.

Im Foyer bietet eine mehrere Meter lange Wandtafel mit zwei Dutzend Entwürfen einen Überblick über die internationalen Erfolge des Teams rund um Wolf D. Prix, darunter auch die BMW-Welt München, das Akron Art Museum in Ohio sowie Wiener Projekte wie der Gasometer. Im lichtdurchfluteten Stiegenturm hat Pillhofer eine sich über zwei Stockwerke erstreckende Wandverkleidung aufgezogen, die die EZB im Längsschnitt zeigt.

Handschriftlicher Entwurf als Highlight

Der anschaulichste und zugleich abwechslungsreichste Teil der Ausstellung befindet sich jedoch im Kellergeschoss, wo über 70 Modelle die Entwicklung der zwei ineinander verschlungenen Türme nachzeichnen. Die vielen Perspektiven auf das Gebäude eröffnet abschließend ein animierter Hubschrauberflug, der die künftige EZB aus der Vogelperspektive zeigt. Das größte ausgestellte Modell veranschaulicht den aktuellsten Stand des Designs, zahlreiche Pläne ermöglichen einen detaillierten Einblick in den Arbeitsprozess von Coop Himmelb(l)au. Ein kleines Highlight ist der erste handschriftliche Entwurf von Wolf D. Prix.

Der Bau selbst wirkt spektakulär: Das Atrium zwischen den beiden Bürotürmen der EZB soll zu einer "vertikalen Stadt" werden, mit Hilfe von Plattformen, Brücken und Rampen soll ein Netzwerk zwischen den zwei Türmen geschaffen werden. Die Türme im Osten Frankfurts sollen als sichtbares Symbol die Skyline der Stadt prägen, "die Architekten hatten bei der Planung stets die Interaktion mit der Stadt vor Augen", so Thun-Hohenstein.

Diese Fülle an Modellen unbeschädigt in die USA zu bringen, sei kein leichtes Unterfangen und sehr aufwendig gewesen. Auch die ständige Einbindung des Ausstellungsarchitekten sei dem Direktor am Herzen gelegen: "Man muss unbedingt in dieses Gebäude kommen, um eine Ausstellung sinnvoll planen zu können. Aus der Ferne kann man mit diesen einzigartigen Räumen nicht angemessen arbeiten." (Sonja Harter/APA)

Service
"Coop Himmelb(l)au: Vertical City - The new Premises of the European Central Bank". Bis 10. Februar im Austrian Cultural Forum in New York, 11 East 52nd Street.
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr.

Links
Neubau der Europäischen Zentralbank

Austrian Cultural Forum New York

Coop Himmelb(l)au
  • Die künftige Zentrale der EZB wird auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle in Frankfurt am Main errichtet.
    bild: ezb

    Die künftige Zentrale der EZB wird auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle in Frankfurt am Main errichtet.

  • Das Atrium zwischen den beiden Bürotürmen soll dabei zu einer "vertikalen Stadt" werden.
    bild: ezb

    Das Atrium zwischen den beiden Bürotürmen soll dabei zu einer "vertikalen Stadt" werden.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Austrian Cultural Forum in New York, entworfen vom gebürtigen Österreicher Raimund Abraham, wurde im April 2002 eröffnet.

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