Spermizide fördern Ansteckung mit HI-Virus

12. Juli 2000, 22:17

Samenabtötende Verhütungsmittel fördern die Ansteckung

Durban - Samenabtötende Verhütungsmittel können Aids nicht verhindern, sondern fördern die Ansteckung mit der Immunschwächekrankheit bei Frauen sogar. Dieses Ergebnis stellte eine internationale Forschungsgruppe des UN-Programms UNAIDS am Mittwoch auf der Welt-Aids-Konferenz im südafrikanischen Durban vor. Durch allergische Reaktionen und Entzündungen führten die Spermizide offensichtlich zu kleinsten Verletzungen in der Schleimhaut, durch die der HI-Virus in den Organismus gelange, vermuteten die Forscher.

Bisher hatten die Wissenschafter angenommen, dass samenabtötende Mittel Frauen vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus schützen könnten. Bei den Tests infizierten sich Frauen, die Spermizide benutzt hatten, jedoch öfter als diejenigen, die Plazebos bekamen. Die Leiterin der belgischen Forschungsgruppe, Lut Van Damme, kündigte an, dass die Tests mit neuen Produkten, die zurzeit noch in der Entwicklung sind, fortgeführt würden. (APA)

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