Herber Rückschlag für Windows in Indien

6. März 2007, 12:30
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Bundesstaat Tamil Nadu will nun auf Linux setzen - Billigere Anschaffung und Wartung werden als Gründe genannt

Die Regierung von Tamil Nadu, dem südlichsten Bundesstaat Indiens, hat nach einer Meldung der englischsprachigen indischen Zeitung Deccan Chronicle beschlossen, seine IT-Infrastruktur von Microsoft auf Open-Source zu migrieren.

Kosten und Möglichkeiten

"99 Prozent unserer Behörden-Systeme sind bisher unter Windows gelaufen, 2007 wird jedoch einen gewaltigen Umbruch bringen. Wir werden schnell auf Linux-Systeme, da diese wesentlich billiger in Betrieb und Wartung sind und zudem noch mit kontinuierlichen Updates versorgen werden können und virenfrei sind, migrieren", so C. Umashankar, Direktor der staatlichen ELCOT, die für ambitionierte staatliche Projekte, wie etwa e-Government zuständig ist. "Wir haben bereits 6.500 Linux-Systeme in die Dörfer gebracht und weitere 6.100 Acer-Desktops mit Suse Linux als Betriebssystem sind bereits auf dem Weg. Es werden nun 20.000 Desktop-Rechner, ebenfalls mit Suse, für Schulen bereit gestellt". Nach Angaben von Umashankar laufen alle ELCOT-Server unter Redhat Linux und das 28-köpfige-Software-Entwicklungsteam setze komplett auf Suse Linux.

Linux und Open Office

"Wir werden mehr als 30.000 Beamte auf Linux und Open Office einschulen. Ein entsprechender Vertrag wurde mit den einzelnen Abteilungen schon abgeschlossen und ein Linux-Supportcenter bereits eingerichtet. Indien kann ohne Microsoft-Pakete leben und Fortschritte machen, aber Microsoft wird es schwer haben, ohne einen so großen Staat wie Indien". Laut Angaben des IT-Verantwortlichen hatte er zwei Besuche von Microsoft India-Mitarbeitern, die ihn überzeugen wollten, weiterhin auf Microsoft zu setzen, allerdings sei man an den unterschiedlichen Vorstellungen wieviel ein Betriebssystem zu kosten habe, gescheitert.

Angst ist nicht angebracht

Aus Sicht von Umashankar sieht man sich bei ELCOT nicht als Verlierer weil Microsoft nicht auf den Preis eingestiegen ist, sondern merkt an, dass nun der Softwarekonzern ein großes Geschäft verloren hat. "Es gibt eine große Fehlinterpretation unter den Behörden und den staatlichen Institutionen. Sie denken, dass Microsoft wütend würde, wenn man auf Open-Source-Plattformen migriert und dass diese Entscheidung dann die gesamte IT-Industrie lähmen würde. Doch dies ist eine unbegründete Angst", so Umashankar said. "Heute haben wir einen großen Mangel an OSS-EntwicklerInnen. Ich habe nun zumindest 500 TrainerInnen gefunden, die unsere 30.000 Beamten in den nächsten sechs Monaten einschulen werden".(red)

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