CSI: Internet

10. Jänner 2007, 10:31
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Die Spezialisten zur Bekämpfung der Internetkriminalität im Pentagon arbeiten eng mit Hackern zusammen

Das US-Magazin Wired berichtet über die enge Zusammenarbeit zwischen den Spezialisten zur Bekämpfung der Internetkriminalität im Pentagon und ihren "Feinden" - den Hackern. Die Experten vom US-Verteidigungsministerium suchen auf diversen Hackerveranstaltungen nach potenziellen HelferInnen und nutzen ihr Wissen im Kampf gegen Cyberkriminalität.

15 Jahre

Vor rund 15 Jahren gründete Jim Christy das erste digitale Forensiklabor im Pentagon. Damals wußten die meisten ErmittlerInnen selbst noch nicht, welche Gefahren und Bedrohungen bald möglich sein würden. Fünf Jahre später hielt Christy Vorträge über Internetsicherheit vor Senatoren und im Weißen Haus und nun ist der Sicherheitsexperte der Mann für alle Fälle im Pentagon.

Aufgabenbereiche

Zu seinen Aufgabenbereichen beziehungsweise denen seines Teams zählen die Entschlüsselung von Festplatten, Wiederherstellung von Daten, die Jagd nach Hackern, die in behördliche Netzwerke eingedrungen sind, die Untersuchung von Rechner von Terrorverdächtigen und die Ausbildung neuer Gesetzeshüter - der CSI: TCP/IP.

Zusammenarbeit

Mittlerweile besucht Christy regelmäßig die Hackerkonferenzen - allen voran die DefCon und sucht Hacker, die willens sind Sicherheitslücken, Gefahren und Angreifer in den Netzwerken der US-Behörden zu schließen beziehungsweise aufzuspüren. Das Zentrum im US-amerikanischen Kampf gegen Cyberattacken ist das Cyber Crime Center oder DC3, dessen Leitung Christy innehat. Unzählige Experten werken an möglichen udn unmöglichen Applikationen oder spüren versteckte Informationen in Bildern oder Videobotschaften auf. Diese unter dem Fachbegriff "Steganographie" zusammengefassten "Verschlüsselungstechnologien" wurden früher von Hackern eingesetzt um Informationen auszutauschen. Mittlerweile verwenden immer mehr Pädophilenringe entsprechende Techniken um Webadressen auszutauschen.

Probleme

Kommerzielle Software ist derzeit nicht in der Lage entsprechende Dateien in Bildern oder MP3s aufzuspüren. Da aber auch die Ressourcen der Spezialisten knapp sind - derzeit sind 38 Experten im DC3 beschäftigt - machte sich Christy auf die Suche nach externer Unterstützung. Auf der DefCon rief er die so genannte "DC3 Forensics Challenge: 12 problems covering everything from recognizing faked images to cracking passwords" aus. Christy selbst hatte nur die Antworten für 10 der 12 Probleme parat. Insgesamt nahmen 130 Hackerteams die Herausforderung an.

Hase und Igel

Das Dilemma der Spezialisten ist, dass es einerseits immer stärkere Schutzmechanismen bedarf, um Daten zu schützen, auf der anderen Seite ein wirklich guter Schutzmechanismus aber die eigene Arbeit erschwert, wenn nicht sogar unmöglich macht. Ein kommendes Problem vermutet Christy etwa bei Windows Vista. Microsofts BitLocker Drive Encryption sperrt die ganze Festplatte wenn die Startup-Informationen geändert oder ein spezieller Chip entfernt wurde. Im Gegensatz zu früheren Windows-Versionen könnten die Spezialisten dann nicht mehr an die Informationen kommen, fürchtet Christy. BIslang weigerte sich Microsoft eine Hintertüre für das Pentagon zu integrieren, was endlich einmal ein Entgegenkommen an die KundInnen, aber keines in Richtung Behörden bedeutet. Aber vielleicht finden die Spezialisten gemeinsam mit den Hacker schon bald eine Möglichkeit trotzdem an die Daten zu kommen.(red)

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    Wer suchet, der findet. Im Fernsehen die Experten von CSI, in der Realität Sicherheitsexperten mit Hackerunterstützung.

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