2007 beginnt im Zeichen von Vista und Leopard

9. Jänner 2007, 10:29
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Updates für Betriebssysteme für PC und Mac - Vierkern-Prozessoren für Desktop-Rechner - Und ein neues Office

Im neuen Jahr sind die Fensterputzer unterwegs: Sowohl der Windows-PC als auch der Mac bekommen 2007 ein Update fürs Betriebssystem mit frischer Grafik für die Bildschirmfenster sowie Neuerungen, die das Leben mit dem Computer interessanter, sicherer und bequemer machen sollen. Windows Vista gibt es für Privatanwender ab 30. Jänner, Mac OS X 10.5 "Leopard" kommt vermutlich Ende März heraus.

Aufregend

Apple-Chef Steve Jobs bezeichnet 2007 als "das an neuen Produkten aufregendste Jahr in der Geschichte von Apple". Entsprechend hoch sind die Erwartungen an seine Rede auf der MacWorld Expo am 9. Jänner in San Francisco. Es wird damit gerechnet, dass Jobs ein Datum für das Erscheinen von "Leopard" nennt und auch neue Hardware vorstellen wird - vielleicht einen iPod mit größerem Bildschirm und "Cinema"-Monitore mit Unterstützung für das hoch auflösende Fernsehen. Das neue Betriebssystem "Leopard" soll den Desktop mit getrennten Bildschirmbereichen ("Spaces") übersichtlicher gestalten. Außerdem gibt es eine "Zeitmaschine" für ein intelligentes Daten-Backup und ein neues Mail-Programm.

"Ausnahmezustände"

Bei Microsoft ist Windows Vista schon seit Ende November da, zunächst aber nur an Firmenkunden ausgeliefert worden. Für Privatanwender geht es am 30. Jänner los. Windows Vista ist ohne Frage das bisher beste Betriebssystem, das Microsoft entwickelt hat. Vista könnte 21 Jahre nach der Version 1.0 das erste Windows ohne schwer wiegende Fehler und "Ausnahmezustände" werden. Das rundum überarbeitete System bietet mehr Sicherheit, mehr Übersicht und mehr Spaß als das bereits fünf Jahre alte Windows XP.

Eine "Sidebar" hält Informationen und kleine Hilfsmittel bereit

Der gründlich überarbeitete Explorer, also der integrierte Datei-Manager von Windows, zeigt weit mehr Informationen zu den Dateien an als bisher und erleichtert mit Hilfe von Schlüsselwörtern und Bewertungen die Verwaltung der persönlichen Daten. Eine "Sidebar" hält Informationen und kleine Hilfsmittel bereit. Für Bilder gibt es ein neues integriertes Programm, die Windows-Fotogalerie. Als Nachfolger von Outlook Express ist Windows Mail neu mit dabei. Bei den Spielen gibt es erstmals eine Schach-Software. Der "Aero-Look" der grafischen Benutzeroberfläche (GUI) glänzt unter anderem mit einer 3D-Anordnung aller geöffneten Fenster.

Gemeinsam ist Vista und Leopard, dass sie erhebliche Anforderungen an die Hardware stellen und daher sinnvollerweise nur auf Computern installiert werden sollten, die nicht älter als zwei Jahre sind. Wer einen älteren PC hat, der eigentlich gut funktioniert, aber unter Windows immer langsamer wird, könnte in Linux eine Alternative finden. Hier ist soeben OpenSuse 10.2 erschienen, beim populären Ubuntu-Linux steht im neuen Jahr die Version 7 an.

Office

Bei den Anwendungen steht zum Jahresbeginn die neue Version von Microsoft Office im Blickpunkt, die wie Vista für Privatanwender zum 30. Jänner erscheint. Gespannt darf man sein, ob die rundum erneuerte Benutzeroberfläche der Office-Anwendungen wie Word, Excel und Powerpoint akzeptiert wird. Die einzelnen Funktionen sind jetzt nicht mehr in verschachelten Menüs versteckt, sondern mit Hilfe von "Reitern" (Tabs) sortiert. Microsoft will so die Anzahl der erforderlichen Mausklicks nahezu halbieren.

"Open XML" oder das "Open Document Format"

Noch keine Vorentscheidung, aber erste Antworten wird es 2007 zur Frage nach dem Dokumentenformat der Zukunft geben. Hier wird sich zeigen, ob Microsoft mit "Open XML" oder das "Open Document Format" (ODF) der Open-Source-Konkurrenz bei den Bemühungen um Standardisierung und Langzeitarchivierung die Nase vorn haben wird.

Als besonderes Highlight der digitalen Bildbearbeitung wird im Frühjahr das Programm Photoshop CS3 erscheinen, dann erstmals auch zugeschnitten auf die Mac-Rechner mit Intel-Prozessoren. "Wir haben einige weitere Überraschungen in Arbeit", kündigte Adobe-Manager John Loiacono bei der Vorstellung einer Beta-Version der Software an.

Mehrkern-Prozessoren

Zu den interessantesten Hardware-Entwicklungen gehört sicherlich die der Mehrkern-Prozessoren. Nach dem Erfolg der Doppelkernprozessoren hat Intel nachgelegt und bietet jetzt auch Vierkern-Prozessoren für Desktop-Rechner an. Dem ersten Quad-Core-Prozessor "Core 2 Extreme QX 6700" sollen bis Ende März drei weitere folgen. Konkurrent AMD hält mit seiner Quad-FX-Plattform dagegen, bei der zwei Doppelkernprozessoren miteinander verbunden sind. Zu den treibenden Kräften bei der Hardware gehören vor allem die neuen Computerspiele, die immer höhere Anforderungen an Prozessorleistung und Grafik-Power setzen. Die Vierkern-Prozessoren werden 2007 zunächst nur für eine Minderheit interessant sein, ab 2008 dann aber verstärkt in den Massenmarkt vordringen.

GeForce 8800 von Nvidia

An die Hardcore-Gamer richten sich auch die neuesten Grafikchips wie der GeForce 8800 von Nvidia. Dieser Hersteller wird ebenso wie sein inzwischen von AMD übernommener Konkurrent ATI aber auch von der Einführung von Windows Vista und dessen höheren Anforderungen an die Grafikleistung profitieren.

Bewegte Bilder werden auch auf dem mit DSL/Kabel angebundenen Desktop-Computer die Fantasie beflügeln. Nach dem Erfolg von YouTube im vergangenen Jahr könnte 2007 die Videotelefonie am Computer zum Renner werden.(APA/AP)

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    patrick pleul
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