Verschwundener Folterzeuge lebend wieder aufgetaucht

14. März 2007, 16:42
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Anzeichen von Misshandlungen bei Luis Gerez - Präsident Kirchner beschuldigt Militärs und Polizisten

Buenos Aires - 48 Stunden nach seinem Verschwinden ist der Zeuge gegen einen ehemaligen Folterer der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983), Luis Gerez, wieder aufgetaucht. Die Polizei habe den 50-Jährigen auf einer Straße der Stadt Garín nördlich von Buenos Aires gefunden, berichteten nationale Medien am Freitag. Gerez habe unter Schock gestanden und nach unbestätigten Angaben Anzeichen von Misshandlungen aufgewiesen, hieß es weiter. Aussagen von Gerez selbst, der in ein Krankenhaus gebracht wurde, gab es zunächst nicht. Er war seit Mittwoch Abend vermisst worden.

Nur Minuten vor dem Auftauchen von Gerez hatte Präsident Néstor Kirchner in einer landesweit ausgestrahlten Fernsehansprache ehemalige Militärs und Polizisten für das Verschwinden von Gerez und des seit mehr als drei Monaten als vermisst geltenden Zeugen Jorge Julio López verdächtigt. Alles deute daraufhin, dass ehemalige Mitglieder des Unterdrückungsapparates der Militärdiktatur den Staat erpressen wollten, um einer Bestrafung zu entgehen, sagte Kirchner. "Aber mit diesem Präsidenten wird es keine Amnestie geben", betonte der Staatschef. Das Volk rief er auf, den Ernst der Lage nicht zu verkennen.

Das Verschwinden von Zeugen und Drohungen gefährden nach Angaben von Menschenrechtlern zunehmend die gerade erst wieder begonnenen Strafverfahren gegen Ex-Polizisten und Militärs wegen Diktaturverbrechen. Viele Zeugen hätten Angst, noch auszusagen. (APA/dpa)

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