Türkische Zyprioten bauen umstrittene Grenzbrücke in Nikosia ab

9. März 2007, 10:14
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EU begrüßt Maßnahme

Nikosia - Türkische Zyprioten haben am Freitag damit begonnen, eine umstrittene Fußgängerbrücke an der Grenzlinie im Zentrum von Nikosia abzubauen. Die Arbeiten seien am Abend aber für den islamischen Feiertagam Samstag, das Opferfest, unterbrochen worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur CNA.

Ein Sprecher des türkisch-zypriotischen Führers Mehmet Ali Talat hatte am Donnerstag mitgeteilt, die Maßnahme sei ein Teil der Bemühungen zur Förderung von Zusammenarbeit und Wiedervereinigung der Mittelmeer-Insel. EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn begrüßte am Freitag die Entscheidung der türkischen Zyprioten, die Brücke abzureißen. Zugleich sagte er finanzielle Hilfe der EU zur Einrichtung eines Übergangs an der Ledras-Straße zu.

Verärgerung im Süden

Der Bau der Brücke an der zentralen Ledras-Straße verärgerte vor gut einem Jahr die Behörden der Republik Zypern im griechisch geprägten Süden. Das Bauwerk führte über eine von türkischen Truppen genutzte Straße, die quer zur Ledras-Straße verläuft. Als Reaktion auf den Brückenbau wurde die eigentlich für Weihnachten 2005 geplante Öffnung eines Übergangs an der Ledras-Straße abgesagt.

Diese Haupteinkaufsstraße in der Altstadt von Nikosia endet seit 1974 an einem Stacheldrahtzaun. Dahinter beginnt ein 60 Meter breiter Abschnitt, der als Pufferzone zum türkischen Teil der Insel von UNO-Soldaten kontrolliert wird. Der Sprecher der zypriotischen Regierung, Christodoulos Pashiardis, sagte nach der Ankündigung Talats, bevor der Übergang an der Ledras-Straße geöffnet werden könne, müssten die türkischen Soldaten von dort abgezogen werden.

Die Mittelmeerinsel Zypern ist seit einem griechisch-zypriotischen Putsch und einer türkischen Invasion 1974 geteilt. Die im Norden ausgerufene "Türkische Republik Nordzypern" ist international nicht anerkannt. (APA)

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