Multifunktionslinse erstmals implantiert

12. Juli 2007, 16:28
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Eine Kunststofflinse hilft sowohl gegen Grauen Star, Weit­sichtig­keit, Horn­haut­verkrümmung und Alters­sichtigkeit

Heidelberg - Erstmals kann eine implantierbare Kunststofflinse gleichzeitig Grauen Star, Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit sowie Hornhautverkrümmung korrigieren. An der Universitäts-Augenklinik Heidelberg wurde weltweit erstmals eine Kunststofflinse eingesetzt, die scharfes Sehen sowohl in der Nähe als auch in der Ferne erlaubt und zudem durch ihren besonderen Schliff eine starke Hornhautkrümmung ausgleicht. Bisher brauchten Patienten, die gleichzeitig an diesen Sehfehlern litten, zusätzlich eine Brille oder Kontaktlinsen.

80 Prozent bessere Sehfähigkeit

Die rund 50 Jahre alte Patientin litt an starker Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit, Hornhautverkrümmung und hatte zudem eine Linsentrübung. Die beiden speziell angefertigten Plexiglas-Linsen besserten ihre Sehfähigkeit auf fast 80 Prozent sowohl für die Ferne als auch für die Nähe.

Multifokallinse

Bei dem Prototyp handelt es sich nach Angaben der Uniklinik um eine so genannte Multifokal-Linse: Ihr besonderer Schliff macht die Brechkraft äußerst variabel und ermöglicht dadurch gute Abbildungen in der Ferne und Nähe sowie einen Ausgleich der Hornhautverkrümmung. Der Einsatz von Kunststofflinsen bei Grauem Star ist die weltweit häufigste Operation überhaupt. In Österreich dürften es pro Jahr rund 60.000 solcher Eingriffe sein. (APA/AP)

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