ÖGB-Frauen für Reform des "starren" Kindergeldmodells

8. Jänner 2007, 19:14
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Csörgits: Adaption der Zuverdienstgrenze könnte Karenz für Väter attraktiver machen

Wien - Die ÖGB-Frauen wiederholen ihre Forderung nach einer Reform des Kinderbetreuungsgelds. Anlass sind die Bezieherzahlen vom November, wonach der Anteil der Kindergeld erhaltenden Männer mit 3,43 Prozent rückläufig ist. In einer Aussendung konzentrierte sich ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits vor allem auf eine Adaption der Zuverdienstgrenze. Dadurch könnte die Karenz auch für Väter attraktiver werden.

"Das bisherige starre Bezugsmodell beim Kinderbetreuungsgeld muss flexibilisiert werden", verlangte Csörgits. Wer statt Vollzeit nur maximal drei Fünftel der Normalarbeitszeit beschäftigt sei, für den sollte keine Zuverdienstgrenze gelten. Für Eltern, die ihre Arbeitszeit nicht reduzieren, sollte die Zuverdienstgrenze zwar nicht fallen, aber wenigstens vereinfacht werden: "Die derzeitigen Bestimmungen sind schwer durchschaubar." Die Umrechnung der jährlichen Zuverdienstgrenze von 14.600 Euro in Monatseinkommen sei zu kompliziert.

Mehr Attraktivität für die Väterkarenz

Ähnlich reagierte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures auf die veröffentlichten Zahlen: Väter sollten nicht aus finanziellen Gründen um die Möglichkeit gebracht werden, in Karenz zu gehen. "Die Väterkarenz scheitert in vielen Fällen an der finanziellen Hürde", so Bures. Künftig müsste daher, wie im SPÖ-Modell vorgesehen, bei Zusammenschieben der Bezugsdauer ein entsprechend höherer Betrag ausbezahlt werden. Dadurch falle der Einkommensverlust im Vergleich zum Erwerbseinkommen geringer aus.

Eine faire Verteilung der Betreuungspflichten würde auch die Beschäftigungssituation der Frauen verbessern. Denn je länger die Berufsunterbrechung dauert, umso schwieriger wird der Wiedereinstieg und umso größer sind die Einkommenseinbußen in der Zeit nach der Babypause. Eine Erleichterung der Väterkarenz und ein rascherer Wiedereinstieg der Mütter ins Berufsleben sei daher ein Gebot der Stunde, so Bures abschließend. (APA/red)

  • "Das bisherige starre Bezugsmodell beim Kinderbetreuungsgeld muss flexibilisiert werden", verlangt Renate Csörgits.
    foto: ögb
    "Das bisherige starre Bezugsmodell beim Kinderbetreuungsgeld muss flexibilisiert werden", verlangt Renate Csörgits.
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