Weniger Wein bringt stabilen Erlös

10. Jänner 2007, 14:19
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Weinmarketinggesell­schaft zieht Bilanz: 2006 kleinere Exportmenge wegen fehlender Erntemengen, aber höhere Durchschnittspreise

Wien - Die Österreichische Weinmarketinggesellschaft (ÖWM) zieht für 2006 eine positive Bilanz: Ungeachtet der verstärkten Konkurrenz sei es den heimischen Winzern und Weinhändlern gelungen, die Marktanteile im Inland auszubauen und im Flaschenweinexport trotz einer kleinen Erntemenge 2005 eine konstante Wertschöpfung zu erzielen, sagten Noch-Geschäftsführer Michael Thurner und der ab 1. Jänner 2007 amtierende neue ÖWM-Chef Willi Klinger Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz.

Nach einer leicht rückläufigen Entwicklung in den vergangenen Jahren stieg der Gesamtweinkonsum in Österreich wieder leicht auf 244 Millionen Liter. Wichtigste Absatzpartner sind weiterhin Gastronomie - 84 Prozent der Restaurants schenken österreichischen Wein aus - und der Heimkonsum. Erfreulich laufe vor allem die Vermarktung von Herkunftsweinen (DAC).

Geringere Erntemenge 2005

Im Weinexport machte sich 2006 die geringe Erntemenge des Weinjahres 2005 bemerkbar. So ist die Gesamtexportmenge laut Schätzung der ÖWM von 67 Millionen auf knapp 54 Millionen Liter bei gleich bleibendem Wert (80 Mio. Euro) zurück gegangen. Zufrieden ist man bei der Weinmarketing vor allem mit den Flaschenweinexporten, die mit 66 Mio. Euro den Löwenanteil der Wertschöpfung ausmachen. Obwohl auch hier auf Grund der fehlenden Menge weniger exportiert werde, bleibe der Gesamtwert auf hohem Niveau konstant.

"Österreichischer Wein konnte sich in den vergangenen Jahren international ein hohes Qualitätsimage aufbauen. Dadurch stiegen die Flaschenweinexporte und vor allem die Wertschöpfung in Kernmärkten wie Deutschland, Schweiz und USA enorm an", freute sich Thurner.

Gegentrend zur Uniformierung

Der neue ÖWM-Chef will künftig verstärkt auf Herkunft, Tradition und Natürlichkeit als Gegentrend zur globalen Uniformierung auf dem internationalen Weinmarkt setzen. "Kleine Ernten wie die beiden letzten lehren uns, dass unser Wein tatsächlich ein kostbares Kulturgut ist. Wir können es uns nicht leisten, ihn zu Billigpreisen zu verschleudern. Außerdem muss die Qualitätsoffensive weitergehen. Wer bei den hier zu Lande anfallenden Kosten schlechte Qualität erzeugt, ist wirtschaftlich nicht überlebensfähig", so Klinger.

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    foto: standard/fischer
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