Kunst kann Politik verändern

12. Juli 2000, 14:18

Gesellschaftspolitisches Projekt mit virtueller Kandidatin Wiktoria Cukt

Warschau/Danzig - Eine rothaarige Schönheit mit grünen Katzenaugen und sinnlichem Mund versucht derzeit die Aufmerksamkeit der polnischen Wähler auf sich zu lenken. Mit Wiktoria Cukt hat eine Initiative von MultimediakünstlerInnen aus Danzig (Gdansk) die erste virtuelle Kandidatin ins Rennen bei den polnischen Präsidentschaftswahlen geschickt. Ein politisches Programm hat Wiktoria, die derzeit von mehr als 400 Plakatwänden in polnischen Großstädten auf sich aufmerksam macht, bisher nicht, berichtete die liberale Zeitung "Gazeta Wyborcza" am Mittwoch.

Auf der Internet-Seite der Danziger KünstlerInnengruppe wurde jedoch ein "Wahlkampfbüro" eingerichtet. Hier können Internet-Nutzer unter der Adresse cukt.art.pl die Wahlkampagne mit Leben und politischen Inhalten füllen. Einige "WahlkämpferInnen" der virtuellen Kandidatin forderten bereits Internet-Zugang für alle, andere ein Fahrrad für jede/n Pole/in, um die Umweltbelastung durch Autoabgase zu verringern.

Die Diskussionen im Internet sind ganz im Sinne von Jacek Niegoda, der zu den "Vätern" Wiktorias gehört. Denn wenn sie auch manchen an die Abenteuerspiel-Heldin Lara Croft ("Tomb Rider") erinnern mag, sei der virtuelle Wahlkampf keine Spielerei, sondern ein gesellschaftspolitisches Projekt, betont der Multimedia-Künstler: "Die Kunst kann die Politik verändern." Seine KünstlerInnengruppe wolle die Menschen deshalb ermutigen, sich per Computer in die Politik einzumischen.
(APA/dpa)

  • Artikelbild
    foto: cukt.art.pl
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