Broukal: "Ausweitung der Studienbeihilfen fix"

5. März 2007, 13:11
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SP-VP bei Unis einig über bessere Betreuung - Broukal: Betreuungsverhältnis soll verbessert werden - "Müssen noch Finanzer motivieren"

Wien - "Großflächige Einigungen" zwischen SPÖ und ÖVP im Universitätsbereich gibt es nach Angaben von SP-Wissenschaftssprecher Josef Broukal. Der Eindruck von Rektoren-Chef Christoph Badelt, dass sich die Koalitionsverhandlungen vor allem um Studiengebühren drehen würden, trüge deshalb, sagte Broukal am Freitag gegenüber der APA. Wichtigster Punkt der Einigung: Das zahlenmäßige Betreuungsverhältnis zwischen akademischen Lehrern und Studenten soll durch die Anstellung zusätzlichen Personals deutlich verbessert werden, von derzeit laut Broukal "eins zu 120 auf deutsche Verhältnisse mit rund eins zu 40". Fix sei auch eine "wesentliche Ausweitung der Studienbeihilfen".

Senkung der Drop-Out-Raten

Durch die bessere Betreuung soll ein weiteres Ziel der beiden Parteien erreicht werden: die Senkung der Drop-Out-Raten an den Unis. Zusätzlich soll in einer großen Studie den Gründen nachgegangen werden, warum die Leute mit ihrem Studium aufhören, "die gehen ja nicht deshalb, weil sie zu blöd wären", so Broukal. Eine ähnliche Studie ist auch im Zusammenhang mit der Frauenförderung geplant: Jede Frau, die ihre akademische Karriere beendet, soll interviewt werden, um auch hier karrierehindernde Gründe herauszufinden.

Einigung auf "wesentliche Änderungen"

SPÖ und ÖVP haben sich laut Broukal auch auf "wesentliche Änderungen" in der Zusammensetzung der universitären Leitungsgremien geeinigt. So soll es nur mehr eine einzige Kurie für alle angestellten akademischen Lehrer geben, also keine Unterscheidung mehr in ordentliche und außerordentliche Professoren. Dadurch gebe es auch die 50-Prozent-Mehrheit der ordentlichen Professoren im Senat nicht mehr.

Im Uni-Rat sollen laut Broukal die bisher nicht stimmberechtigten Betriebsräte des wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Personals künftig Stimmrecht erhalten. Den sich seit Jahren dahinschleppenden Kollektivvertragsverhandlungen zwischen Unis und Gewerkschaft wollen SPÖ und ÖVP nicht mehr lange zuschauen. Eine Frist, wie sie die SPÖ wollte, wird es zwar nicht geben, allerdings soll nur noch "einige Monate zugewartet werden", ehe ein Mediationsverfahren gestartet werde. Zudem soll geprüft werden, ob nach einigen Jahren Erfahrung mit dem neuen Universitätsgesetz "alles richtig austariert ist, oder Verschiebungen notwendig sind", sagte Broukal.

Grundlagenforschung

Im Grundlagenforschungsbereich seien - wie schon 2006 - auch 2007 wieder 30 Mio. Euro zusätzlich für die Grundlagenforschung vereinbart worden. Jetzt gehe es darum, schränkt Broukal ein, "auch noch die Finanzer für diese Maßnahmen zu motivieren".

Tröstende Worte hat Broukal auch für jene Studentenvertreter, die noch immer auf den Fall der Studiengebühren in den abschließenden Verhandlungen hoffen: "Eines ist auf jeden Fall fix, es wird zu einer wesentlichen Ausweitung der Studienbeihilfen kommen." (APA)

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