"Die drei Weisen" sind nominiert

12. Juli 2000, 13:59

Allein van der Bellen bedauert Fehlen wenigstens einer Frau

Der ehemalige finnische Staatspräsident Martti Ahtisaari, der Direktor des Max-Planck-Instituts für öffentliches und internationales Recht in Heidelberg, Jochen Frowein, sowie der frühere spanische Außenminister, ehemalige Generalsekretär des Europarats und Ex-EU-Kommissar Marcelino Oreja-Aguirre, sind jene drei "Weisen", die die innenpolitische Lage in Österreich bewerten sollen.

Athisaari, ein geschickter Vermittler

Der 1937 geborene AHTISAARI war von 1994 bis März 2000 Staatspräsident Finnlands. Der Karrierediplomat und ehemalige stellvertretende UNO-Generalsekretär hatte sich in verschiedenen internationalen Krisen einen Namen als geschickter und neutraler Vermittler gemacht, zuletzt im Vorjahr im Kosovo-Konflikt.

Direktor des Max-Planck-Instituts

Professor FROWEIN (geboren 1934) ist seit 1981 Direktor des Max-Planck Instituts für vergleichendes und öffentliches Recht sowie internationales Recht in Heidelberg. Er war von 1973 bis 1993 Mitglied der Europäischen Kommission für Menschenrechte und von 1981 bis 1993 deren Vizepräsident.

Christdemokrat Oreja

OREJA (geboren 1935) war von 1976 bis 1980 Außenminister Spaniens und von 1984 bis 1989 Generalsekretär des Europarats. Von 1994 bis 1999 war der spanischer Christdemokrat Mitglied der EU-Kommission unter Kommissionspräsident Jacques Santer, die im Vorjahr zurücktreten musste. Oreja war als Kommissar für Kultur, Sport und audiovisuelle Medien sowie für Beziehungen zum Europaparlament zuständig. Er vertrat darüber hinaus die EU-Kommission bei der Regierungskonferenz.

Positive Kommentare aus Österreich

Bundespräsident Thomas Klestil ließ seine Zufriedenheit über die Nominierungen verlauten hofft nun "dass diese rasch mit ihrer Arbeit beginnen können und ihren Bericht ehestmöglich fertig stellen".

ÖVP-Klubchef Andreas Khol meinte im ORF-"Mittagsjournal", es handle sich um eine "sehr gute Wahl" und "sehr bekannte Personen". FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler bezeichnete die drei als "honorige Persönlichkeiten" und meinte, "die Freiheitlichen werden den Weisenrat jedenfalls "mit Sicherheit nicht blockieren oder behindern". Der Vorsitzende des SPÖ-Klubs, Peter Kostelka, schloss sich dem Grundtenor an.

Grünen-Chef Alexander Van der Bellen räumte ein, dass Oreja und Frowein für ihn vorerst unbeschriebene Blätter seien. Für ihn ist es allerdings schade, dass keine Frau in dem Weisenrat vertreten ist. Nun hoffe er, "dass sie sich zügig an die Arbeit machen, einen Stab für Recherchen bekommen und in den nächsten Monaten einen Bericht abliefern".
(APA/red)

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