Die letzte Chance auf Ferialjob und Praktika

23. Februar 2007, 14:25
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Viele Unternehmen haben schon vor Weihnachten entschieden, wer in Sachen Ferienjob und Praktika 2007 zum Handkuss kommt

Bei vielen Bewerbungen für einen Ferialjob oder ein Praktikum im Sommer 2007 heißt es schon heute: Leider nein! Allzu oft sind Firmen, die Schülern und Studierenden diese Möglichkeit bieten, auf lange Zeit ausgebucht. Wer dennoch zum Zug kommen will, sollte sich sputen.

Natürlich sind Schule und Studium mit harter Arbeit und viel Einsatz verbunden - auch in der so genannten "Freizeit"-, dennoch stellen die Anforderungen des Arbeitsmarkts schon lange klar, dass Ferien in Hinblick auf künftige Karrieren nicht nur aus Urlaub bestehen können. "Praxis" ist gefragt; und diese steht idealerweise noch in Zusammenhang mit der jeweiligen Schul- und Studienrichtung.

Tatsächlich steht nicht immer die Geldfrage im Zentrum dieser Bemühungen, denn zahlreiche Ausbildungen - ob an Tourismusschulen, FHs oder Unis - setzen schon für den erfolgreichen Abschluss ein Praktikum voraus.

"Wir suchen nicht, aber wir nehmen auf", bremst Reinhard Schulz, Leiter der Personalentwicklung bei Verkehrsbüro Reisen, die erste Euphorie. "Freiwillige" Ferialarbeiter würden meist nicht berücksichtigt, das sei "einfach eine Geldfrage". Mehr als am kurzfristigen Ersatz urlaubender Mitarbeiter ist sein Unternehmen daran interessiert, "Pflichtpraktikanten eine Chance zu geben".

In erster Linie fänden deshalb Tourismusschüler Unterschlupf, deren Bewerbungen "für das kommende Jahr immer schon im Sommer" einlaufen. Mit dem Entscheid über die Stellenvergabe warte man jedoch "bis März", um z. B. auch Neueinsteiger nach dem ersten Semester berücksichtigen zu können. Einsatzmöglichkeiten bietet das Verkehrsbüro "in unseren drei Bereichen Hotellerie, Kulinarik und Touristik". Insgesamt gebe es an die 150 Praktikumsplätze pro Jahr; die Dauer betrage bis zu drei Monate.

"Eigentlich sind wir schon voll", hieß es Mitte Dezember bereits aus der Personalabteilung des Expresstransportunternehmens DHL Austria, wie auch beim Finanzdienstleister Europay Austria. "In der Regel ist bis Dezember alles erledigt", gibt Helga Motlik von Europay Auskunft. Wobei "jeweils zu etwa 75 Prozent Leute eingestellt werden, die schon in den Vorjahren ihren Ferialjob bei uns hatten, sowie knapp ein Viertel neue".

"Wahrlich spät für eine Bewerbung" sei der Dezember, bestätigt Human-Ressources-Consultant Christoph Mandl von der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Dennoch empfiehlt er allen Suchenden, dranzubleiben: "Manchmal werden noch Slots frei, denn es gibt auch Abspringer."

Der Andrang für die Sommerjobs sei enorm, auf 200 Praktikantenstellen kommen 800 Bewerbungen, so Mandl. Allerdings seien noch etwa zwei Dutzend RZB-Stellen für FH-Studenten offen. Sein Expertentipp: "Immer die Homepages absurfen." Vor allem solle man sich exakt überlegen, was zum eigenen Studium passt, denn "je allgemeiner man aufgestellt ist, desto schwieriger" die Suche.

Neben den Firmenwebsites bietet das Internet natürlich viele Jobbörsen, wie etwa jene der Österreichischen Hochschülerschaft.

Eine umfangreiche Linksammlung zu verschiedenen Börsen und Personalvermittlern findet sich auf www.feri aljob.at, wo es auch Tipps zur Gestaltung der Bewerbung und des Lebenslaufs gibt.

Wer sich tiefer gehend mit der erfolgreichen Suche nach einem "Ferienjob, Nebenjob, Praktikum" auseinandersetzen möchte, mag sich an den Ratgeber selbigen Titels von Elfriede V. Gerdenits halten, der im frühen Herbst erschienen ist. Auf knapp 170 Seiten werden Themen wie Motivation, persönliche Stärken, das Bewerbungsgespräch, die Arbeitspraxis sowie rechtliche Grundlagen erörtert. (Bernhard Madlener/DER STANDARD Printausgabe, 23.-26. Dezember 2006)

  • Wer noch keinen Ferialjob für den kommenden Sommer hat, sollte sich beeilen.
    foto: standard/corn

    Wer noch keinen Ferialjob für den kommenden Sommer hat, sollte sich beeilen.

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