Es wird ernster - Musikindustrie/Künstler starten Kampagne gegen Napster und Co.

12. Juli 2000, 13:40

Anhörung vor dem US-Senat - Metallica/Sony vs. Napster/MP3.com

Im Streit über die Zukunft der digitalen Musik im Netz wurde eine neue Runde eingeläutet. Die Vereinigung "Artists Against Piracy", der rund 70 US-Künstler und wesentliche Teile der Musikindustrie angehören, startete eine Kampagne gegen MP3-Tauschbörsen a´la Napster.

Mit ganzseitigen Inseraten in verschiedenen US-Tageszeitungen trat die Gruppe gestern erstmals in Erscheinung. "Wir wollen, dass unsere Rechte auch im Internet respektiert werden."

Der Zeitpunkt war gut gewählt - gestern fand vor dem Justiz-Ausschuss des Senats eine Anhörung zum Thema statt. Unter anderem sagten die Chef der MP3-Tauschbörse Napster, und MP3.com, vor dem Ausschuss aus. Gegen beide Unternehmen sind Klagen der Musikindustrie wegen des Vorwurf auf Copyright-Verletzungen anhängig.

Doch nicht nur die Beklagten hatten ihren Auftritt: Lars Ulrich von der Rockgruppe Metallica und Fred Ehrlich, Leiter der Abteilung Neue Technologien bei Sony Music, gehörten zu den Befragten.

Während Ulrich und Ehrlich weiterhin ihre Meinung vertraten, dass die Dienste von MP3.com und Napster aus Copyright-Gründen illegal und deshalb zu verbieten seien, beharrten die Betreiber der MP3-Zapfstellen darauf, dass ihre Firmen nicht gegen geltendes Gesetz verstiessen. Vielmehr beförderten ihre Angebote die Entwicklung der modernen Technik - und davon profitiere letztlich auch die Plattenindustrie. (red/heise)

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