Immerhin ist es eine originelle Wahl. Mediale Jahresbilanzen in Österreich sind ungleich banaler. Die Dominanz der Causa Kampusch hat sowieso jeder mitbekommen. Festzustellen, dass Alfred Gusenbauer an Profil gewonnen hat und Fritz Verzetnitsch ein Absteiger ist, grenzt an Vergeudung von Druckerschwärze.
Doch politisch sind Internetnutzer vielleicht sogar die größten Verlierer seit Jahrzehnten. Hoffnungen von Agnostikern auf eine virtuelle Rettung der Demokratie haben sich ad absurdum geführt. Dasselbe gilt für Träume von Onlineforen als Neo-Agora zwecks freien Diskurses unter Gleichen. Der Blogger-Mythos ist nichts als ein Tropfen auf den Felsbrocken traditioneller Medien ohne Interaktivität.
Womöglich werden Gesellschaften entpolitisiert, weil im Internet politische Themen ein Minimum der Inhalte ausmachen. In Suchmaschinen findet sich zum Stichwort "Staat und Politik" weniger als ein Prozent der Angebote. Die Informationsvielfalt ist dennoch unbestreitbar - aber nur von theoretischem Wert: Die meisten Bürger sind mit dem hypothetischen Vorteil, ihr eigener Chefredakteur zu sein, mangels Medienkompetenz heillos überfordert.
Der Dialog von Volk und Volksvertretern mittels E-Mail ist längst zum routinisierten Frage-Antwort-Spiel mit Textbausteinen geworden. Und Netz-Präsenz ist noch kein Garant für öffentliche Aufmerksamkeit. Es gibt kaum Relevanzkriterien, wonach Journalisten politisch "wichtige" Inhalte an die Öffentlichkeit weiterleiten.
Zwar können Schleusenwärter der Politikvermittlung in Zeitungen und TV schlechte Arbeit leisten. Im Internet freilich werden seriöse Qualitätsprüfungen zweitrangig. Das Wettbewerbskriterium Nummer 1 ist Schnelligkeit. Was naturgemäß und unter Umgehung der meisten Kontrollinstanzen auch den Beschleunigungsfaktor für gezielte Desinformationen erhöht.
Durch großflächige Netzkampagnen inklusive Fehlinformationen unter falscher Identität werden soziale Bewegungen ausgerechnet von klassischen Parteien manipuliert. In Diskussionsforen ist die Unterscheidung von zulässigem Aktivismus und mit Unterstellungen arbeitenden "Kampfpostern" allzu oft eine Gratwanderung.
Selbstregulative wider solche Missbräuche scheiterten bisher. Es gibt eine moderne Klassengesellschaft der Mehrheit von weit gehend "unqualifizierten" Konsumenten des Internets und einer Minderheit von hochgradig kompetenten Nutzern. Nur die Letztgenannten können das Internet konsequent für politische Bildung, politisches Engagement und politische Partizipation nutzen. Der Rest bekommt Brot und Spiele.
Das soll kein Plädoyer gegen die Verwendung des Internets für Politik und Demokratie sein. Im Gegenteil. Doch überwiegt der Ärger über die aus politischer Sicht leichtfertige Nominierung der Nutzer als "Person" des Jahres. Muss wohl einem Unterhaltungsfan eingefallen sein, den man von den Spielseiten weglotsen wollte. Stattdessen müsste er als Erster in generell zu intensivierende Programme politischer Bildungsarbeit für das Internet geschickt werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 27.12.2006)
ÖVP und SPÖ begeben sich auf einen Kurs, den Strache und die FPÖ vorgeben
Regierung wie Opposition müssen sich ausführlich damit beschäftigen, wie viel Menschenwürde wert ist- Von Birgit Baumann
Als Kulturministerin kann Claudia Schmied eines ganz vorzüglich: Schweigen
Es wird nicht viele Politiker in Europa geben, die in einer derart zersplitterten und von Krisen geschüttelten Union unbeirrt weitergehen, anstatt entnervt aufzugeben
Neue Provokation durch den Iran nährt Unsicherheit und Selbstzweifel im Westen
Das Ergebnis der Stichwahl lässt nur die Zusammenarbeit der großen Lager zu, will die Ukraine nicht vollends ins Chaos abdriften
Von Staaten und ihren Geheimdiensten ist keine Hilfe beim Schutz persönlicher Daten zu erwarten - von Helmut Spudich
General Motors will für den Fortbestand seiner Europa-Tochter Opel Bares sehen - Von Günther Strobl
Auf durchs verfreundete Österreich: Wer sagt, was er nicht ist, verrät auch, was er ist
Washington und London packeln, und Wien ist trotz massiver Vorwürfe gegen einen österreichischen Staatsbürger zum Zuschauen verdonnert
Der Iran hätte durch eine Zustimmung zum Atomdeal fast nur zu gewinnen
An der Parteizentrale kommt man bei der Fehlersuche nicht vorbei
Die Gewissensklausel gehört entrümpelt - noch dazu, wo mittlerweile ein ehemaliger Zivi als Minister das Heer herumkommandiert
Wer die Gewissensfrage abschafft, schafft den Zivildienst ab
Auf Kuschelkurs mit Rudolf Leopold
Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt - Es ist Diebstahl - Von András Szigetvari
Norbert Darabos ist mehrfach betroffen: Als Verteidigungs- und Sportminister
Kauf der CD könnte Nachahmer ermuntern, Datenschutz mit Füßen zu treten - Von Birgit Baumann
Die Kurdenvertreter wollen am Öffnungsprozess weiter teilnehmen, und sie geben sich trotz des Parteiverbots pragmatisch - Von Adelheid Wölfl
Drei Monate vor dem Urnengang schauen Öffentlichkeit und Medien den Tories erstmals genauer auf die Finger
Der SP-Aufruf "Nicht mit der FPÖ" kann in den Ländern kaum umgesetzt werden
Das massive Schulungsprogramm, das das Arbeitsmarktservice derzeit fährt, ist eine richtige Maßnahme
Hat sich die ÖVP schon einmal bei der SPÖ bedankt, dass sie einen schwarzen Initiativantrag abschmetterte? Jetzt wäre Zeit dafür - Von Harald Fidler
Toyota ist unangefochten der Welt größter Autobauer
Auch 4000 Ausbildner ändern innerhalb von Monaten oder auch Jahren nichts an Stammesloyalitäten, korrupten Regierungsbehörden und dem Geld der Taliban
Konsumationsräume haben die Bevölkerung entlastet, etwa weil die Drogenszene nicht mehr Parks oder sogar Spielplätze belagert
Das politischen Systems bietet der Bundesregierung gar nicht die Möglichkeit, große Strukturreformen umzusetzen - Von Günther Oswald
Das Angebot eine CD mit Daten von hunderten Steuersündern zu erwerben ist verlockend - doch Finanzminister Schäuble sollte penibel auf die Einhaltung der Gesetze achten
Die "Bevorzugung" der Frauen bei der Lebensmittelhilfe in Haiti ist der Versuch, die Überlebenspakete den Schwachen und Schwächsten zukommen zu lassen
Tiere haben seit 2004 ein bundeseinheitliches Gesetz, der Nachwuchs muss warten
Statt mit dem Säbel zu rasseln, sollte China die rund 1300 Angriffsraketen abbauen, die es auf Taiwan richtet
Mit iPod und iPhone hat der Apple-Chef bewiesen, das er ein besonderes Gespür für den Markt hat - Jetzt folgt das iPad
Der Kern der Taliban kann kein Interesse an einem Ausgleich mit der vom Ausland finanzierten und geschützten Regierung haben - Von Markus Bernath
Ein bissel regieren dürfe er schon noch in dieser Stadt, sagte Wiens Bürgermeister Michael Häupl kürzlich
Die UN-Konvention sollte endlich in die Verfassung - und zwar zur Gänze - Von Peter Mayr
Die Entwicklung geht weg von einem Schutzsystem für Verfolgte hin zu einem Internierungs- und damit Abwehrsystem von unerwünschten Fremden
Das Problem scheint eher zu sein, dass die "Großen" zu sehr mit Bedarfserhebung und Organisation und zu wenig mit Hilfe beschäftigt waren
Bei einer Rekordverschuldung kann man nicht sehr wählerisch sein
Man muss darüber nachdenken, wie eine angemessene Strafe für Gewalttäter sichergestellt werden kann
Nach Lafontaines Rücktritt könnten sich SPD und deutsche Linke wieder annähern
Die SPÖ hievte ihr Faustpfand früh auf den Küniglberg - Die ÖVP steht seither fester - Von Harald Fidler
Die äußere Erscheinung reiche als Grundlage einer amtlichen Namensänderung nicht aus, hieß es aus dem Innenministerium
Ob das gepriesene Postgreißlertum große Zukunft hat, bleibt abzuwarten - Von Luise Ungerboeck
Österreich braucht bessere Gesundheitsvorsorge - und einen sichtbaren Minister
Eine Salzburger Festspielaffäre
Ein knappes Zehntel der Österreicher sieht rechts von der FPÖ immer noch Spielraum und hielte eine dort angesiedelte Partei auch für wählbar
Österreichs Herren ist mit dem Aufstieg in die Hauptrunde die Sensation gelungen - Von Fritz Neumann
Tatsache ist, dass der Abstand zwischen den Terrorangriffen auf Kabul nun immer kürzer wird
Österreich krebst bei der Gleichbehandlung bei Einkommen EU-weit auf dem vorletzten Platz herum
Dass Neid den österreichischen Volkscharakter prägt, hat schon der Biedermeierdichter Ferdinand Raimund gerügt
Eine einzige Kampagne von Herausgeber Hans Dichand gegen den Brüsseler Moloch würde genügen
Die Abwahl Juschtschenkos in der Ukraine symbolisiert auch Europas Versagen
Geht es um Krieg und Frieden, kann die SPD beides: einen Kanzler abservieren wie einst Helmut Schmidt oder ihre Parteibasis einen Militäreinsatz schlucken lassen
Keiner will mit Bucher dorthin, wo Friedrich Peter einst die FPÖ positioniert hatte - Von Conrad Seidl
Absurd die Kritik an Obamas Vorhaben: Sie sei keine geeignete Reform des Finanzsystems - Von András Szigetvari
"Wer hier studiert hat, soll auch hier arbeiten dürfen", will Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP). Daran erstaunt vor allem, dass irgendjemand das Gegenteil sinnvoll finden könnte
Der jetzt geplante Fekter-Sprachkurs spricht eine deutliche Sprache: Wir wollen euch nicht
Der US-Präsident hat sich im ersten Amtsjahr gut geschlagen, abgerechnet wird erst 2012
Die Krise bei Österreichs Abfahrern öffnet Türen - von Benno Zelsacher
Für Haitis enorme Verletzbarkeit tragen auch jene Verantwortung, die jetzt helfen
Alijew wollte König anstelle des Königs im zentralasiatischen Reich Kasachstan werden
Wenn es um Kränkung und Stolz geht, ist man in Ankara sensibel
Besser geworden sind Zug- oder Busverbindungen in den vergangenen zwanzig Jahren trotz öffentlicher Beteuerungen selten - Von Luise Ungerboeck
Der Pay-Sender Sky bietet für die Erstrechte neun Millionen Euro, zwölf Spiele sollen der frei empfangbaren Konkurrenz überlassen werden - Das Spielchen ist typisch österreichisch
Seit Amtsantritt der schwarz-gelben Bundesregierung im November ist selbige nur am Streiten
Wer sich nichts vorzuwerfen hat und im Alltag nicht weiter auffällt, muss sich auch vor behördlichen Nachforschungen und dem Zugriff auf ihn betreffende Daten nicht fürchten
Wenn Faymann und Pröll bei der Budgetsanierung die Vermögen aussparen wollen, ist das kein Bonus
Die tausenden in Österreich lebenden Menschen mit Migrationshintergrund werden sich bedanken, dass ihnen kollektiv unterstellt wird, testosterongesteuerte Machos zu sein
Der neue Präsident Ivo Josipovic wird nicht die nationale Karte ziehen
Die magere Treibhausgasbilanz 2008 demonstriert Österreichs Vogel-Strauß-Politik
Den politischen Entscheidungsträgern fehlt es an Mut und Ehrlichkeit für klare Entscheidungen und Schnitte - Von Luise Ungerboeck
Politiker haben eine moralische Verpflichtung, dort zu helfen, wo es am dringendsten nötig ist - Von Günther Oswald
Das Personalproblem der Justiz erschüttert den Rechtsstaat in seinen Grundfesten
Man kann nicht behaupten, dass unsere Gesetze "Frauen vor brutalster Gewalt nicht schützen". Die Frage ist eher: Sind sie ausreichend geschützt?
Dass man da selbst zur Waffe greift, muss nicht verständlich sein, es ist aber nachvollziehbar
Die Finanzakteure, auf die es der US-Präsident abgesehen hat, haben die Krise nicht verursacht - Von Lukas Sustala
Neuen Schwung brächte eine neue, von glaubwürdigen Personen getragene Partei - Von Conrad Seidl
Die Menschen fühlen sich sicherer, an Orten, die sie sonst mit dem Gefühl der Unsicherheit verbinden
Bleibt zu hoffen, dass einmal die Zeit kommt, in der offene Fragen beantwortet werden
Trotz inzwischen gesunkener Rohstoffpreise erhalten die Betreiber alter Biogasanlagen neuerlich einen Zuschlag von drei Cent je Kilowattstunde
Nationalheld ist Hoffmann nie gewesen. Und kaum jemand wirft sich für ihn in die Bresche
Die derzeitige Diskussion um Flüchtlinge, Asylwerber und Erstaufnahmezentren bekommt neue Brisanz
In den USA gilt die Zustimmung der Republikaner zu einem neuen Vertrag längst nicht als gesichert
Angola ist Südafrika fern und nah zugleich. Wieso sollte Joseph S. Blatter, der Präsident des Fußball-Weltverbands, nun die Augen öffnen
Bisher wurden nur isländische Sparguthaben abgesichert, ausländische Anleger erhielten hingegen nichts
Ein Staatsbankrott würde dem Euro schaden, eine Rettungsaktion jedoch noch mehr
Wenn durch die Körperscanner die höchst unhöflichen Begrapschungen wegfallen - bitteschön, nur zu. Doch was bringen die Verschärfungen außer sinnlosen Datensammlungen?
Die Kärntner SPÖ erwacht aus ihrem Tiefschlaf - Interessenten für den Parteivorsitz mögen sich endlich melden
ÖVP und SPÖ beweisen eindrucksvoll, dass ihnen die demokratiepolitische Reife fehlt - Von Lisa Nimmervoll
Der Entwurf aus dem Justizministerium wurde Anfang Dezember ziemlich wortlos in die Begutachtung geschickt
Der wiederkehrende Energiestreit zwischen Moskau und Minsk bzw. Kiew zeigt, wie fragil das Liefernetz ist - Von Johanna Ruzicka
Das beschämende Hickhack zwischen Bund und Ländern werden die Überlebenden des Holocaust und ihre Nachkommen nicht so bald vergessen
Bei der AUA wird sich im Laufe des Jahres auch strukturell einiges ändern
Das Grundproblem des Westens mit Peking ist nach 30 Jahren gleich geblieben
Die Hilferufe aus dem zerfallenen Staat bleiben in Washington wie in Brüssel ungehört
In den vergangenen Wochen ist eines wieder ganz deutlich geworden: Am liebsten hätte die deutsche Politik mit dem Einsatz ihrer Soldaten in Afghanistan so wenig wie möglich zu tun.
Westeuropa darf Kroatien in seiner Krise nicht sich selbst überlassen - von Norbert Mappes-Niediek
Ausgerechnet jene Ministerin, die sich damals von "Rehlein-Augen unbeeindruckt" gab, greift nun zum Argument der Menschlichkeit
Wenn wieder einmal diskutiert wird, ob Österreich die ÖIAG noch braucht, ist das grundsätzlich gut - Von Luise Ungerboeck
Präsident Basescu hat das Regierungskabinett bekommen, das ihm gefällt. Damit ist es ihm gelungen, die Oppositionsparteien zu spalten.
Haiders Erben haben sich mit Haut und Haar an den Wiener Strache verkauft und sogar noch was draufgelegt
Die Nachkriegsordnung ermöglicht eine desaströse Politik, in der alle Beteiligten gefangen sind
Wenn sich kein ernsthafter Gegenkandidat zu Fischer findet, kommen wir dem Demokratiemodell Wahlmonarchie einen Schritt näher
Der Rücktritt Connie Hedegaards vom Vorsitz der Tagung wirft kein gutes Licht auf den Konferenzhergang und zeugt von fehlender politischer Standfestigkeit
Für ein besseres Bundesheer fehlt Geld - Das zu ändern ist die wahre Herausforderung für Minister Darabos
Als Wolfgang Schüssel im Jahr 2000 - und erst recht mit der gestärkten Mehrheit 2003 - antrat, das Land im konservativen Sinne zu reformieren, war die Pensionsreform ein Kernstück der Agenda
Auch unter akuter Terrorbedrohung heiligt der Zweck nicht die Mittel
Verhandeln heißt auch, flexibel zu sein
Banken und Regierungen tragen eine wesentliche Mitverantwortung - Von András Szigetvari
Eine Sozialdemokratin ist für die erste Schließung eines Frauenhauses in Österreich verantwortlich - von Thomas Neuhold
Der wirkliche Grund für die Aufregung in London und im Westen ist nicht die abscheuliche Todesstrafe selbst, sondern die fehlende Transparenz, mit der Chinas Richter über sie entscheiden
Hans Niessl wäre es mit dem Antrag auf Abschaffung des Proporzes wirklich ernst gewesen
Die heutigen Regimekritiker in der Ex-Sowjetunion hat der Westen aufgegeben
Respekt vor Würde und Rechten des Einzelnen, Rechtsstaatlichkeit: Erst wenn beides gewährleistet ist, kann es jenes "normale" Leben geben, das sich die Russen so wünschen
Die Anhängerschaft der einstigen Tudjman-Partei hat sich bei dieser Wahl zersplittert und ihrem Kandidaten ein Desaster bereitet
In ihrer Selbstherrlichkeit übersehen die Regierer, dass sie den Stadtbewohnern nicht mehr Kompetenzen geben, sondern sie ihnen gleichsam entziehen
Das BZÖ versteht sich als die Gralshüterin von Haiders Erbe
Im Bankensektor wurden zwar kleinere Adaptionen eingeleitet, der große Regulierungseifer ist aber verflogen - Von Günther Oswald
Adamovich hatte in einem Krone-Interview spekuliert, das Leben in Priklopils Gefangenschaft könnte für Natascha Kampusch "allemal besser gewesen sein als das, was sie davor erlebt hat"
Nach dem Klimadebakel kann nur der Druck der Zivilgesellschaft eine Wende bewirken
Seit fast drei Jahren befindet sich Elsner nun wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaf - Von Michael Simoner
Bisher kein Pro oder Kontra zu den Plänen, umfassenden behördlichen Zugriff auf Handytelefonierer, E-Mail-Schreiber und Co
Der Rekordmann hat an Reputation nichts zu verlieren. Geht was schief, wird wohl das Vehikel schuld sein
Der Moment ist gekommen, wo einer die gute Stimmung ruiniert - Von Birgit Baumann
Studentenproteste 2009: Von politischer Verwahrlosung und verlorener Verheißung
Ein schmerzhafter Schnitt für den Finanzminister und Wasser auf die Mühlen von Autofahrern und ihren Lobbyingklubs - Von Johanna Ruzicka
Was Maria Fekter hier mithilfe des ÖVP-Bürgermeisters von Eberau vorgeführt hat, ist im Grunde nichts anderes als eine einzige - 'tschuldigung schon - Verarschung
Die FPÖ ist klar positioniert - und das BZÖ hat seine Rolle verspielt
Dank der innenpolitischen Krise gibt es die Chance, dass sich zumindest in den Nachbarbeziehungen die Vernunft durchsetzt
Förderung der Zugewanderten ist wahrscheinlich noch wichtiger als die Vorabprüfung
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!>Das Wettbewerbskriterium Nummer 1 ist Schnelligkeit.<
ist das bei den offiziellen medien anders?
und wenn es inhaltlich gesehen noch so wichtig ist: zwei tage zu spät.
ist das wettbewerbskriterium nummer 1 tatsächlich die schnelligkeit? im internet bietet sich die möglichkeit auch über etwas zu schreiben, was vor zehn tagen passiert ist. ist das so schlecht? das wettbewerbskriterium nummer 1 sollte die bedeutung des artikels für die gestaltung des lebens sein (individuell und sozial, national und international). welcher unterschied besteht zwischen dem, was geschrieben steht und dem, was allgemein geglaubt wird (der neuigkeitsfaktor)?
was ich mir vorstellen kann: ein printautor ist schockiert (angesichts der reaktionen). und früher?
es lassen sich argumente "testen".
es gibt die chance, sich eine meinung zu bilden (im dialog, im wettstreit der ideen).
die gefahr besteht darin, mit informationen "zugemüllt" zu werden. sie gibt es auch beim betreten einer öffentlichen bibliothek.
dritte schwangerschaft von julia roberts - klassischer fall von "das medium ist die botschaft" bzw. des "geheimen lehrplans" mit den diversen seitenblickeecken: auf einer der ersten seiten des teletexts. tagelange berichte über den knochenbruch von arnold schwarzenegger. woanders brechen sich menschen auch ein bein. das ist der so genannte unterhaltungsfaktor.
verdanken wir dem internet bessere politik?
das wage ich zu bezweifeln.
die abwehrmechanismen sind hoch.
e-mails landen im papierk.
ein artikel (oder forenbeitrag), der schwächen aufweist, wird binnen stunden und tagen "zerrissen". das könnte ein vorteil sein. auf der anderen seite werden autoren, die in der lage sind augen zu öffnen, lob ernten.
internetforen bieten auch die möglichkeit, streitkultur zu entwickeln, argumentation zu trainieren.
die möglichkeit, rasch diskussionspartner zu finden, zu ganz bestimmten themen, weltweit, ist einzigartig.
worin bestehen die gefahren? autoren könnten von der rückmeldung abhängig werden (wie bei der schnell wirkenden droge nicotin), ihrem publikum nach dem mund schreiben. es stellt sich auch eine gewisse ernüchterung ein, wenn man die relation herstellt, zwischen dem aufwand und der wirkung (forenteilnehmer).
Das Internet ist die grösste Sache, die es derzeit auf der Welt gibt. Es bildet einen Gegenpol, der es mir als Leser eines Statements erlaubt, darzulegen, dass und warum ich die Meinung des Herrn Autors zum Thema gar nicht teile. Ich meine, er spricht von sich und stellt damit seine eigene Medienkompetenz in Frage: Was sucht er wie im Internet ? Wer lesen kann, der findet zu allem und jedem zehntausendmal mehr Information, während man als Leser eines traditionellen Mediums leicht angeschwärzt werden kann. Hier liegt die Würze nicht in der Kürze sondern in der Tiefe und in der Breite. Die relativieren das eigene Weltbild und die Vielfalt der anzutreffenden Meinungen beschäftigt - wenn man will - unentwegt die eigenen Ganglien. Sehr positiv !
Durch einen Blogger bin ich auf die interessante Kolumne gestoßen. Der Autor hat in wesentlichen Punkten nicht Unrecht und schafft es auch hervorragend mit der nötigen Spitzzüngigkeit seine Leser zu polarisieren. Aber er schreibt nichts über die Unsicherheit, die Arbeiter seiner Zunft empfinden, wenn sie jetzt plötzlich Journalisten-Laien auf Augenhöhe begegnen müssen, die sich nicht erst in langen Jahren bei den alten Medien hochdienen müssen, um so etwas schreiben zu dürfen.
In Deutschland werden Physiker Bundeskanzlerin – warum sollten sie denn nicht auch Graswurzeljournalisten werden? Oder ist die Meinungs- und Informationshoheit auf zugelassene, zertifizierte Journalisten mit mehrjähriger Berufspraxis beim Standard zu beschränken?
Herr Filzmaier hat Recht, wenn er eine stärkere und weit verbreitetere Medienkompetenz der mündigen Bürger fordert. Doch ich frage mich, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Ist nicht ein regelmäßiges Training vonnöten, in dem man auch Rückschläge einplanen sollte?
Es ist noch keine Demokratie vom Himmel gefallen und auch die "E-Demokratie" gibt es nicht auf Knopfdruck. Es ist ein langer, interessanter Bildungsweg, der von uns gegangen werden kann. Und ich finde, die ersten Schritte waren bislang nicht die schlechtesten.
Dann verstehe ich die Einseitigkeit des Schreibers. Denken werde ich ihm nicht abstreiten, nur das bis zum Ende, das schon.
Ein Diplomat der die Wahrheit sagt, überschreitet schnell seine Kompetenzen. So gesehen hat der Autor recht, Internetschreiberlinge schreiben Egenenes ohne Presse-Förderung, daher ohne Rücksicht auf Machthaber.
Auch hier wird sich die Internetgemeinde durchsetzen. Schon gibt es Bürgermeister, die schauen nach, was die Bürger wollen.
Evoting wird die Representationsspesen der Volksvertreter (Volksverkauf) beschränken.
Es ist wie beim Telefonterror durch Behörden. Jeder Bürger wird verschlüsseln, unabhörbar und Handel im Internet wird völlig sicher sein.
Wir wissen das schon Heute!
ist diese "Analyse", die eine Vielzahl an Aspekten einfach ausblendet.
CNN hat in einer eigenen Doku mitdokumentiert, wie und weshalb die Entscheidung bei TIME schließlich auf "You" als "Person of the Year" fiel. Dabei ging es darum, dem Erfolg von "Social Networking"-Sites (wie MySpace) und "User-Generated Content"-Sites wie YouTube, Flickr usw. Rechnung zu tragen. Falls Filzmaier davon schon einmal gehört hat (I doubt it).
Und: In Österreich gibt es kaum Blogs, aber in den USA sind sie weitverbreitet und auch wirkungsmächtig. Technorati listet unter den zehn meistgelesenen Blogs die "Huffington Post" und "Dailykos" - zwei linke/liberale Community-Blogs, die eine EFFEKTIVE GEGENÖFFENTLICHKEIT zu den saturierten Mainstream-Medien bilden!
zumal linksliberal sich gerne in der hoffnung mehrheiten zu finden, überall einschleimen will. die freiheit die sich linksliberal für sich gerne rausnimmt, aber auf die linksliberal gerne in humanistischer weise vergisst, wenn andere, die linksliberal bekritteln, sich gerne auch diese freiheit nehmen.
...die zivilgesellschaft (=gegen dogmen der parteien und verhetzter) steht woanders. nämlich darüber (freiheit und pflicht- verantwortung des menschen).
Das Internet ist das demokratischste, fairste und informativste Medium. (Staats)Fernsehen und Radio manipulieren alleine durch ihre Themenauswahl. WIE dann berichtet wird ist noch einmal ein anderes Thema.
Üblicherweise werden beim "Kampfposten" Zeitungsberichte verlinkt oder gleich kopiert. Man gibt also original-Inhalte aus professionellen Redaktionen wieder. Was jemand persönlich schreibt ist immer Kommentar.
Noch ein Bsp: vorige Woche wurde in Tirol ein 13-jähriges Mädchen von 30 Türken und Jugoslawen bedroht und zusammengeschlagen, und ihre Familie bedroht. In der Zib2 gab es einen Bericht darüber, ohne daß das Wort "Ausländer" oder "Türke" überhaupt vorgekommen wäre. Im Standard gab es überhaupt keinen Bericht über den Vorfall.
...obgleich sie nur den sachverhalt schildern.
schon der sachverhalt ist unaussprechlich.
diese art der berichterstattung ist linksliberal. wenn es nicht der eigenen weltsicht entspricht, dann gibt es nur einen bedrohlichen grund. die braune gefahr.
der standart verwechselt auch immer berichterstattung von kommentar. und fertig ist radio moskau.
Sie klingen wie ein Kampfposter der Weissen Rassisten in Suedafrika.
Wenn es nach denen ginge, wuerden Medien primaer ueber (versuchte und tatsaechliche) Greuel-Taten boeser Schwarzer Maenner gegen arme Weisse Maedchen berichten, am besten mit grossen, fetten Schlagzeilen.
Aber das Internet ermoeglicht auch Leuten wie Ihnen, zu posten, was sie wollen. Zuem Glueck aber haben aber andere auch Zugang zum Medium.
Ansonsten: Das Internet ist super und global gesehen extrem wichtig.
Die schrulligen lokalen (oesterreichischen) Erfahrungen mit Politik und Medien, auf die sich Filzmaier hier primaer zu beziehen scheint, moegen etwas muehsam sein, aber sie sind nicht wirklich relevant.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.