Volkssport Hardware-Hacking

20. März 2007, 15:39
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Heimwerken für Computerfreaks - Mit alternativen Firmwareversionen kann man seine Hardware mit allerlei zusätzlichen Funktionen erweitern

Das freie Betriebssystem Linux kommt immer öfter als Betriebssystem jenseits von PCs und Servern, etwa in Mobiltelefonen, Spielkonsolen, Routern, MP3-Playern GPS-Geräteschaft oder in Hometrainern, zum Einsatz. Die meisten BesitzerInnen der Hardware bekommen davon wenig mit. Eingeweihte allerdings können die Geräte um allerlei Funktionen erweitern – ein Vorteil von Open Source Software.

Im Schatten

Rudimentäre Linux-Kenntnisse vorgesetzt kann man/frau etwa mit der Linux-Distribution OpenWrt seinen Router mit einem Funktionsumfang ausstatten, der die Original-Firmware in den Schatten stellt. So kann man ihn etwa auch als VoIP-Server, Intrusion Detection-System, File- oder Printserver verwenden. Das Open-Wrt Projekt hält auf seiner Homepage einer Liste tauglicher Router und Anleitungen parat.

WRT54 GL

Besonders Produkte der Cisco-Tochter Linksys werden, ob ihres günstigen Preises und frei verfügbaren Quellen der originalen Linux-Firmware, oft mit einer fremden Firmware bestückt. Das Unternehmen hat mit dem WRT54 GL einen Wlan-Router auf dem Markt gebracht, mit dem es Anwender ausdrücklich erlaubt, die Linksys-Firmware zu modifizieren bzw. Firmware von anderen Anbietern einzusetzen.

NSLU2

In der Linux-Community erfreut sich der der "Network Storage Link for USB 2.0 Disk Drives" (NSLU2) von Linksys größter Beliebtheit. Für das Gerät, das eigentlich USB-Speichermedien ans Netzwerk einbindet, gibt es bereits zahlreiche alternative Firmware-Versionen.

Debian 4.0

So kann man auch die komplette Version von Debian GNU/Linux auf dem Gerät installieren. Die NSLU2 zählt offiziell zu den Unterstützen Geräten von Debian 4.0 (Codename: Etch). So können auf auf dem Gerät über 16.000 Softwarepakete installiert werden. Allerdings verfügt das Gerät nur über einen 266MHz ARM-Prozessor, der zwar für niedrigen Stromverbrauch sorgt, aber bei rechenintensiven Anwendungen kaum zu gebrauchen ist.

Anleitung

Der aus Österreich stammende Debian-Entwickler Martin Michlmayr hat auf seiner Homepage eine Anleitung zu Installation von Debian 4.0 veröffentlicht. Die fertige Version von "Etch" soll Anfang 2007 erscheinen.

Linux für die dbox und iPods

Auch der digitale TV-Empfänger dbox2 kann mittels alternativem Betriebssystem mit zusätzlichen Features, wie einem C64-Emulator, ausgerüstet werden. Die dbox-Community trifft sich unter tuxbox-forum. dreambox-fan.de. Das Projekt Rockbox versorgt UserInnen von MP3-Player, darunter auch verschiedene iPod-Varianten, mit einem alternativen Betriebssystem, das einge Stückerl zusätzlich spielt. (sum)

  • "Old-School"-Hacker

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