UNICEF ruft zum "Befreiungsfeldzug" gegen Aids durch Aufklärung

12. Juli 2000, 12:55

Infektionsgefahr für Frauen und Mädchen doppelt so hoch

Durban/Wien - Das Kinderhilfswerk UNICEF hat am Mittwoch in Durban (Südafrika) zu einem weltweiten "Befreiungsfeldzug" gegen Aids aufgerufen. Anlass für den Appell während der Welt-Aids-Konferenz waren die alarmierenden Erkenntnisse des soeben erschienenen UNICEF-Reports "Progress of Nations 2000": Demnach werden jede Minute sechs Menschen unter 24 Jahren mit dem HI-Virus infiziert. Fast ein Drittel aller Infizierten ist zwischen 15 und 24 Jahre alt.

Insgesamt sind laut UNICEF etwa zehn Millionen junge Menschen betroffen. Vor allem Mädchen und Frauen sind gefährdet - und zwar um 50 Prozent mehr als Burschen und junge Männer.

Unkenntnis der Risken

Besonders beunruhigend sei die Tatsache, dass viele Jugendliche ausgerechnet in Regionen mit den höchsten Infektionsraten nicht genau wissen, wie sie sich schützen können. Laut UNICEF gibt es Staaten, in denen die Hälfte der 15- bis 19-jährigen Mädchen keine Kenntnis davon hat, dass eine Person, die gesund aussieht, mit dem Virus infiziert sein kann.

In manchen Ländern glaubt der selbe Anteil der Mädchen überhaupt nicht, dass sie angesteckt werden können. Bei einer Befragung in 17 Staaten konnte die Hälfte der Jugendlichen keine einzige Methode zum Schutz vor Aids nennen.

Prävention durch Aufklärung erfolgreich

Gleichzeitig betonte UNICEF, dass Aufklärungs-Aktionen, an denen Jugendliche selbst beteiligt waren, Erfolg hatten. So beginnen etwa in Uganda, Malawi, Senegal und Sambia die HIV-Raten zurückzugehen. Auch in Thailand zeitigten die Präventions-Maßnahmen demnach Erfolg.

UNICEF arbeitet eigenen Angaben zufolge auch aktiv an der Verringerung der Mutter-Kind-Übertragungsrate. In Botswana und Ruanda finden Pilotprojekte mit einem "ganzheitlichen" Ansatz - sie bestehen aus Beratung und medizinischer Betreuung - statt. Ein ähnliches Vorhaben in Nord-Thailand konnte die Ansteckungsrate von 25 auf 7,5 Prozent senken, hieß es in dem Bericht.
(APA)

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